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Nun doch: Rücktritt wegen Polizei-Video der Flutkatastrophe im Ahrtal

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Von Euronews  mit AP, SWR
Zerstörung durch die Flutkatastrophe im Ahrtal in Rheinland-Pfalz am 15. Juli 2021
Zerstörung durch die Flutkatastrophe im Ahrtal in Rheinland-Pfalz am 15. Juli 2021   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2021 The AP. All rights reserved   -  

Zunächst hatte der Innenminister von Rheinland-Pfalz sein Verhalten während der Flutkatastrophe im Ahrtal verteidigt - und Roger Lewentz wollte nicht zurücktreten. An diesem Mittwoch zieht der SPD-Politiker und Vertraute der Ministerpräsidentin Malu Dreyer nun doch die Konsequenzen und kündigt auf einer eilig anberaumten Pressekonferenz seinen Rücktritt an. Bei der Flutkatastrophe waren mindestens 134 Menschen in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen.

"Es ist mir persönlich sehr schwer gefallen, diesem Wunsch zu entsprechen. Roger Lewentz war für mich immer eine wichtige Stütze im Kabinett. Menschlich und fachlich. Ich respektiere seinen Entschluss", erklärte die angeschlagen wirkende Regierungschefin in Mainz.

Wie das ZDF berichtet, haben erst Monate nach der Flutkatastrophe aufgetauchte Polizei-Videos aus der Nacht, die das dramatische Ausmaß der Sturzfluten zeigen, den Innenminister zu dem Schritt bewegt. 

Roger Lewentz war während des Hochwassers sogar vor Ort in Ahrweiler, hatte das dramatische Geschehen aber offenbar völlig unterschätzt. Jetzt räumte Lewentz Fehler ein, es habe aber keine Vertuschungen gegeben.

Roger Lewentz hatte zunächst gesagt, auf den Polizei-Videos aus der Flutnacht könne er keine Katastrophe erkennen, weil dort keine Toten und keine eingestürzten Häuser zu sehen seien. Von dieser Aussage waren viele Opfer-Familien entsetzt. An diesem Mittwoch gestand der scheidende Innenminister nun, es tue ihm sehr, sehr leid, wenn seine Aussagen herzlos und gefühlskalt gewirkt hätten.

Die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand (parteilos) sagte gegenüber dem SWR Lewentz' Aussagen der letzten Wochen seien "schmerzhaft und unerträglich" für die Betroffenen gewesen. Mit seinem Rücktritt gebe es eine Chance für einen Neuanfang im Katastrophenschutz.