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Neuer WWF-Bericht: Schlechte Nachrichten für Gorilla und Co.

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Von Euronews  mit dpa
Ein Rochen im Wasser
Ein Rochen im Wasser   -   Copyright  Daniel Versteeg / WWF   -  

Die Bestände wildlebender Tiere sind in den vergangenen 50 Jahren massiv geschrumpft. Das haben die internationale Umweltstiftung WWF und die Zoologische Gesellschaft von London in ihrem "Living Planet Report 2022" mitgeteilt.

Insgesamt sei bei mehr als 30.000 untersuchten Populationen ein Rückgang von rund 70 Prozent zu beobachten.

"Europa hat von seiner Tierwelt schon viel verloren"

Der Generaldirektor von WWF International, Marco Lambertini, sagte, dass die Arten auf der ganzen Welt weniger werden. Einige Regionen sind jedoch stärker betroffen, als andere - 94 Prozent etwa auf dem lateinamerikanischen Kontinent."

Dies sei nicht völlig überraschend, denn der Kontinent mit seinen tropischen Regionen habe eine sehr viel größere Artenvielfalt, so der italienische Umweltschützer. "Es liegt also auf der Hand, dass der Rückgang in diesen Regionen stärker ausfällt als in Europa mit 15 Prozent. Doch das hat damit zu tun, dass Europa viel von seiner Tierwelt schon viel früher verloren hat."

Weniger Arten schlecht fürs Klima

Die Autor*innen des Reports warnen vor einer Wechselwirkung zwischen dem Artensterben und der Klimakrise. Laut dem Weltklimarat (IPCC) werde sich die Wirkung der Klimakrise auf die Artenvielfalt bis 2100 dramatisch erhöhen, heißt es in einer Mitteilung. "Umgekehrt heizt der fortschreitende Verlust an biologischer Vielfalt die Klimakrise weiter an."

"Natur nicht weiter selbstverständlich"

Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, dass man die Natur weiterhin als selbstverständlich betrachten könne, sagt Lambertini. Man könne nicht weiter verschwenderisch leben, ohne an die Folgen der Umweltzerstörung zu denken. "Wenn wir unseren Kurs nicht ändern und CO2-neutral werden - was dem Klima, der Natur und der Artenvielfalt zugute käme - dann werden wir in den kommenden Jahren mehr für die Konsequenzen zahlen müssen, und der Preis wird noch höher sein."

In dem Report wird die Politik aufgefordert, die Klimaziele des Pariser Abkommens umzusetzen. Außerdem müsse Wilderei und illegaler Handel mit bedrohten Arten gestoppt werden.

Der WWF forderte, den Verlust von Lebensraum zu stoppen, die Erderhitzung zu begrenzen und die Übernutzung von Tieren und Natur zu beenden.