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Litauen will deutsche Truppen 'für die Ehe, nicht für einen One-Night-Stand'

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Von David Mac Dougall
Deutsche Bundeswehrsoldaten bei einer Militärübung in Gaiziunai, 130 km von der litauischen Hauptstadt Vilnius entfernt.
Deutsche Bundeswehrsoldaten bei einer Militärübung in Gaiziunai, 130 km von der litauischen Hauptstadt Vilnius entfernt.   -   Copyright  Mindaugas Kulbis/AP   -  

In Litauen ist eine politische Debatte über die Stationierung deutscher Truppen in dem Land und darüber, wie schnell sie eintreffen können, entbrannt.

Etwa 3.000 deutsche Soldaten wurden dem baltischen Staat als Teil einer von Deutschland geführten NATO-Brigade zugewiesen, um die Präsenz des Militärbündnisses in der Region zu verstärken.

Allerdings ist die Infrastruktur noch nicht vorhanden, um alle Soldaten aufzunehmen - es fehlt an Übungsplätzen und Kasernen für die Unterbringung -, so dass nur der Führungsstab in Litauen stationiert sein wird.

In der Zwischenzeit wird der Rest der Brigade in Deutschland auf Abruf bereitstehen, um innerhalb von zehn Tagen verlegt werden zu können. Zudem ist geplant, zu Übungen nach Litauen zu reisen.

Der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas ist mit dieser Entscheidung zufrieden. Gegenüber lokalen Medien erklärte er, dass eine russische Aufrüstung in Grenznähe über einen längeren Zeitraum als nur zehn Tage erfolgen würde.

Andere Politiker sind nicht so leicht zu überzeugen.

Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis äußerte seinen Unmut darüber, dass das Abkommen zwischen den beiden Ländern die Stationierung deutscher Truppen in Litauen vorsieht. Nicht die Möglichkeit, innerhalb von zehn Tagen einzutreffen.

Und hier kommt der litauische Präsident Gitanas Nausėda ins Spiel.

In einem Medieninterview sagte er, die deutsche Armee sei "nicht die Art von Mädchen, die man zu einem schönen Abend am See im Freien einladen kann".

"Es ist eine ernsthafte Armee, der man einen Ehevertrag anbieten muss", sagte er.

Wie der öffentlich-rechtliche litauische Rundfunk LRT berichtet, wurden die Äußerungen von einer Frauenrechtsgruppe kritisiert und als "sexistisch" bezeichnet.

Das Büro des Präsidenten hat die öffentliche Kritik an seinen Äußerungen zurückgewiesen.