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Putin bringt Truppen in Belarus in Stellung

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Von Euronews  mit dpa/AP/AFP
Luftangriff auf Kiew
Luftangriff auf Kiew   -   Copyright  Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Erneut war Luftalarm in Kiew zu hören. Russische Raketenangriffe haben die Stadt erschüttert. Eine Anlage zur Energieversorgung im Umland der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist schwer beschädigt worden. Das teilte der Energieversorger Ukrenergo mit. Spezialisten arbeiteten daran, für Kiew und die Zentralukraine wieder eine zuverlässige Stromversorgung herzustellen, hieß es. Der Gouverneur der Region Kiew, Oleksiy Kuleba, sagte, bei dem Angriff auf die nicht identifizierte Anlage sei niemand getötet oder verletzt worden. Die Bürger wurden aber aufgefordert, vor allem in den Abendstunden wenig Strom zu verbrauchen, um das Netz nicht zu überlasten.

Russland hat seit Beginn dieser Woche den Beschuss des ukrainischen Hinterlandes verstärkt und zielt vor allem auf die Zerstörung der Energie- und Wasserversorgung.Derweil hat Russland die ersten Soldaten für eine gemeinsame Truppe nach Belarus geschickt. Filmaufnahmen vom russischen Verteidigungsministerium zeigen außerdem, dass Freiwillige in motorisierten Gewehr- und Panzereinheiten ausgebildet werden, auf einem der Übungsplätze des westlichen Militärbezirks.

Washington kündigte weitere 725 Millionen Dollar Militärhilfe für Kiew an, darunter mehr Munition für die Himars-Raketensysteme, mit denen die Ukraine russische Ziele angreift. Die Hilfe kommt "nach den brutalen Raketenangriffen Russlands auf Zivilisten in der gesamten Ukraine" und "zunehmenden Beweisen für Gräueltaten der russischen Streitkräfte", so US-Außenminister Antony Blinken in einer Erklärung.

Damit erhöht sich die US-Militärhilfe für die Ukraine seit der russischen Invasion am 24. Februar auf insgesamt 17,6 Milliarden Dollar. "Wir werden weiterhin an der Seite des ukrainischen Volkes stehen, das seine Freiheit und Unabhängigkeit mit außerordentlichem Mut und grenzenloser Entschlossenheit verteidigt", so Blinken. 

Unabhängig davon erklärte Elon Musk, dass sein Unternehmen SpaceX nicht in der Lage sein werde, unbegrenzt für das Starlink-Satelliteninternet zu zahlen, das für die Kommunikation der Ukraine im Kampf gegen die russischen Angreifer unerlässlich ist. Das US-Militär bestätigte, dass es mit dem Unternehmen des Milliardärs über die Finanzierung des wichtigen Netzwerks gesprochen hat. Die Ukraine, die sowohl im Osten als auch im Süden des Landes Gebiete zurückerobert, feierte den ersten Feiertag der Verteidiger seit dem Beginn der Moskauer Invasion und hofft auf den Sieg: "Am 14. Oktober bringen wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck... Dankbarkeit gegenüber allen, die in der Vergangenheit für die Ukraine gekämpft haben. Und an alle, die jetzt für sie kämpfen. An alle, die damals gewonnen haben. Und an alle, die jetzt definitiv gewinnen werden", sagte Präsident Volodymyr Zelensky in einer Videoansprache zu diesem Anlass.

Nachdem vor einer Woche die Brücke, die Russland mit der annektierten Halbinsel Krim verbindet, durch eine Lkw-Bombenexplosion beschädigt wurde, startete der Kreml seine vermutlich größten koordinierten Raketenangriffe in der Ukraine seit der ersten Invasion des Landes Ende Februar

Bei den weitreichenden Vergeltungsangriffen in dieser Woche, bei denen auch selbstzerstörende Sprengstoffdrohnen aus dem Iran zum Einsatz kamen, wurden Dutzende von Menschen getötet. Die Angriffe trafen sowohl Wohnhäuser als auch zivile Infrastrukturen wie Kraftwerke in Kiew, Lemberg in der Westukraine und anderen Städten, die in den letzten Monaten vergleichsweise selten angegriffen worden waren.

Das Institute for the Study of War, ein Thinktank mit Sitz in Washington, interpretierte Putins Äußerungen so, dass er damit der Kritik kriegsbefürwortender russischer Blogger entgegentreten wollte, die "die Wiederaufnahme der Angriffe auf ukrainische Städte weitgehend lobten, aber davor warnten, dass eine kurze Kampagne unwirksam sei".

"Putin wusste, dass er aufgrund seines schwindenden Arsenals an Präzisionsraketen nicht in der Lage sein würde, hochintensive Raketenangriffe über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten", so der Think Tank.

Der russische Diplomat Konstantin Woronzow sagte am Freitag auf der Sitzung eines Ausschusses der Generalversammlung der Vereinten Nationen, der sich mit Rüstungskontrolle befasst, dass Russland seinem Verbündeten Weißrussland Kurzstreckenraketen vom Typ Iskander-M zur Verfügung stellen werde, die einen nuklearen oder konventionellen Sprengkopf tragen können, und einige der weißrussischen Su-25-Bodenkampfflugzeuge für den Transport von Atomwaffen modernisieren werde.

Woronzow begründete diesen Schritt mit der Besorgnis Moskaus über die mögliche Stationierung von US-Atomwaffen in Polen nahe der Grenze zwischen Belarus und Russland.

Er betonte, dass Russland im Einklang mit dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen vorerst nicht beabsichtige, belarussische Waffensysteme mit Nuklearsprengköpfen auszustatten oder Nuklearsprengköpfe auf belarussisches Gebiet zu verlegen.

In den Regionen der Südukraine, die Putin im vergangenen Monat unrechtmäßig zum russischen Hoheitsgebiet erklärt hatte, wurde am Samstag weiter gekämpft. Die ukrainischen Streitkräfte setzten ihre Kampagne zur Rückeroberung der größtenteils besetzten Gebiete fort,