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Wiener Terrorprozess: Sechs Angeklagte stehen vor Gericht

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Von Euronews  mit dpa
Gerichtssaal im Landgericht Wien
Gerichtssaal im Landgericht Wien   -   Copyright  Theresa Wey/AP Photo   -  

In Wien hat der Prozess gegen sechs mutmaßliche Unterstützer des Terroranschlags von November 2020 begonnen. Laut Staatsanwaltschaft hätten die Männer, im Alter zwischen 22 und 32 Jahren, geholfen, das Attentat zu planen und außerdem ein Sturmgewehr als Tatwaffe zu besorgen.

Ihnen wird unter anderem die Beteiligung an terroristischen Straftaten in Verbindung mit Mord vorgeworfen. Die Urteile sollen frühestens im Februar 2023 fallen.

Die Anwälte aller sechs Angeklagten sehen das anders. Verteidiger Manfred Arbacher-Stoeger sagte, sein Mandant sei ein enger Freund des Attentäters.

"Er wird sich nicht schuldig bekennen. Er hat weder physisch noch psychisch jemals einen Tatbeitrag geleistet. Und nur, weil man einer gewissen Glaubensrichtung angehört, kann man hier nicht von einer Schuld ausgehen."

Theresa Wey/AP Photo
Der Anwalt Manfred Arbacher-Stoeger vertritt einen AngeklagtenTheresa Wey/AP Photo

Kritik an Ermittlungen im Vorfeld des Anschlags

Dem Attentäter selbst kann kein Prozess mehr gemacht werden, der Sympathisant des sogenannten Islamischen Staates wurde damals von der Polizei erschossen. Der 20-Jährige tötete in einem belebten Ausgehviertel im Zentrum der österreichischen Hauptstadt vier Menschen, darunter eine deutsche Studentin. 23 Personen wurden verletzt.

Der Anschlag hatte 2020 in Österreich nicht nur für Entsetzen, sondern auch für Kritik wegen Ermittlungspannen vor der Tat gesorgt. Eine Untersuchungskommission hielt dazu in einem Bericht fest, dass Polizei und Justiz keine rechtzeitigen Schritte gegen den einschlägig vorbestraften Täter unternahmen - obwohl Ermittlern bekannt war, dass der Mann Militärmunition in der Slowakei kaufen wollte. Als Konsequenz aus den Behördenfehlern wurde der österreichische Staatsschutz reformiert.