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"Es ist zu kalt in der Nacht": Flüchtlinge in Österreich müssen in Zelten schlafen

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Von Euronews
Österreichisch-ungarische Grenze bei Nickelsdorf, September 2016
Österreichisch-ungarische Grenze bei Nickelsdorf, September 2016   -   Copyright  Ronald Zak/AP Photo   -  

Im österreichischen Nickelsdorf, im Burgenland, ist in den vergangenen Monaten ein stärkerer Zustrom an Flüchtlingen registriert worden. Täglich kommen bis zu 300 Menschen über die Grenze aus Ungarn.

Nach Angaben der Behörden würden nun auch viele Bürger*innen aus Indien, Marokko und Tunesien einen Asylantrag stellen, da sie in Österreich kaum Chancen auf ein Bleiberecht hätten. Das hohe Aufkommen an Menschen in der 4.500-Einwohner-Stadt ist für viele in Nickelsdorf spürbar.

"Es kommen sehr viele Flüchtlinge an der Grenze in Nickelsdorf an, aber Gott sei Dank sehr wenige in den Ort herein", sagt der Bürgermeister der Stadt, Gerhard Zapfl. Manchmal sei es eine größere Gruppe, ein bisschen Sorge habe ihm gemacht, "dass auch bei der Schule welche aufgegriffen wurden", sagt er gegenüber Euronews. "Grundsätzlich geht aber von diesen Menschen keine Gefahr aus, sie wollen aufgegriffen werden, sie wollen weiter transportiert werden, sie wollen einfach in unser System kommen", so Zapfl.

Das habe ich nicht erwartet. Wenn keine Plätze vorhanden sind, warum bringen Sie uns dann dorthin?
Marwan
Asylsuchender

Nicht genug Unterkünfte für Flüchtlinge

Den Asylbewerber*innen Schlafplätze zur Verfügung zu stellen, hat sich zu einem großen Problem entwickelt. Die Behörden haben nicht genug Unterkünfte. Deshalb stellen sie Zelte auf – 17 beispielsweise in St. Georgen in Oberösterreich.

Mehr als 100 Menschen werden derzeit in den Zelten untergebracht. Einige sind mit der Situation nicht zufrieden, so wie Marwan, der Asyl sucht: "Das habe ich nicht erwartet - wenn keine Plätze vorhanden sind, warum bringen Sie uns dann dorthin? Ich verstehe das nicht, ich hatte ein Bett, ich hatte Freunde, doch jetzt, im Zelt, ist es zu kalt in der Nacht."

"Ein dringender Bedarf, dass hier etwas entsteht"

Eine Bewohnerin von St. Goergen sagt, dass sie das nicht optimal finde, dass die Menschen in Zelten schlafen und wohnen müssten, wenn es kalt werde im Herbst und Winter. "Ich glaube, wir haben einen dringenden Bedarf, dass hier etwas entsteht, was Bestand hat auf Dauer. Weil wir sehen ja immer wieder, dass Flüchtlinge nach Österreich kommen."

Der österreichische Innenminister Gerhard Karner kündigte nun an, dass geflüchtete Menschen in Zukunft in Zelten untergebracht werden sollten - falls die Bundesländer nicht schnell genug andere Quartiere zur Verfügung stellen sollten.