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Äthiopien und der Tigray-Konflikt: Proteste gegen "Einmischung in innere Angelegenheiten"

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Von Fréderic Bouchard
Proteste in Addis Abeba
Proteste in Addis Abeba   -   Copyright  AP/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.

Tausende haben in ganz Äthiopien gegen die ihrer Meinung nach Einmischung von Außenstehenden in die inneren Angelegenheiten des Landes demonstriert. 

Die Demonstrationen fanden im Vorfeld der für nächste Woche in Südafrika erwarteten Aufnahme von Friedensgesprächen zwischen den Kriegsparteien statt. Die USA erklärten, sie unterstützten die Bemühungen der Afrikanischen Union, Gespräche zur Beendigung der Kämpfe in Tigray zu vermitteln.

Einige Demonstranten trugen Transparente, auf denen sie die USA beschuldigten, die Souveränität Äthiopiens zu missachten. 

Diplomaten haben sich besorgt über Berichte über zivile Opfer in der Region geäußert, nachdem das äthiopische Militär die Kontrolle über die Großstadt Shire übernommen hat und die Regierung zum Ziel erklärt hat, die Flughäfen und Einrichtungen in Tigray unter Kontrolle zu bringen. Eritreische Truppen kämpfen an der Seite der äthiopischen Streitkräfte in Tigray.

US-Beamte haben die eritreischen Streitkräfte aufgefordert, sich aus Tigray zurückzuziehen, und die Parteien gedrängt, einem sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen. Die Leiterin der US-Behörde für internationale Entwicklung, Samantha Power, bezeichnete die menschlichen Kosten des Konflikts als "erschütternd".

Dutzende Frauen und Mädchen sind vergewaltigt, Hunderte Zivilisten während der Kämpfe getötet worden. Rund 40 Mädchen und Frauen im Alter zwischen 13 und 80 Jahren wurden in der Stadt Sheraro im Nordwesten von Tigray vergewaltigt. Dies geht aus einem internen Dokument hervor, das von der regionalen Koordinierungsstelle für Notfälle in Tigray erstellt wurde, in der regionale Regierungsbüros, UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen vertreten sind.

Der UN-Sicherheitsrat erörterte den Konflikt in Äthiopien auf einer geschlossenen Sitzung, gab aber wegen der Uneinigkeit seiner 15 Mitglieder keine Erklärung ab.

Diplomaten berichteten, dass Norwegen und die drei afrikanischen Mitglieder des Rates - Kenia, Gabun und Ghana - eine Erklärung vorgeschlagen hätten, in der "große Besorgnis" über Berichte über zunehmende Kämpfe in Tigray zum Ausdruck gebracht, eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten gefordert und die Parteien aufgefordert worden wären, den Dialog wieder aufzunehmen. 

Russland und China blockierten jedoch die Annahme der Erklärung, so Diplomaten, die sich anonym äusserten, da die Gespräche vertraulich waren.