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Ukraine verwehrt sich gegen Vorwürfe Russlands zu "schmutziger Bombe"

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Von Euronews, dpa, AP
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu behauptet, die Ukraine würde den Einsatz einer schmutzigen Bombe planen. Belege dafür wurden von Schoigu nicht präsentiert.
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu behauptet, die Ukraine würde den Einsatz einer schmutzigen Bombe planen. Belege dafür wurden von Schoigu nicht präsentiert.   -   Copyright  AP/Russian Defense Ministry Press Service

Der russische Verteidigungsminister Schoigu hat gegenüber westlichen Staaten behauptet, die Ukraine würde den Einsatz einer sogenannten "schmutzigen Bombe" vorbereiten, um Moskau zu „diskreditieren“. Kiew wies die Vorwürfe scharf zurück. Die Russen würden andere oft dessen beschuldigen, was sie selber planen würden, hieß es aus Kiew.

Was sind "schmutzige Bomben"?

Sogenannte schmutzige Bomben sind konventionelle Sprengsätze, die auch radioaktives Material enthalten und weite Gebiete kontaminieren könnten.

Diese Aussagen Schoigus, für die er allerdings keine Belege präsentierte, sind in Telefonaten mit seinen Amtskollegen erfolgt, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Als sogenannte "schmutzige Bombe" werden konventionelle Sprengsätze bezeichnet, die auch radioaktives Material enthalten und somit weite Gebiete kontaminieren könnten.

Kiew weist Vorwürfe scharf zurück

Nach dem Telefonat mit Schoigu teilte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace mit, er habe die Behauptungen zurückgewiesen und gemahnt, solche Vorwürfe sollten nicht als Vorwand für eine weitere Eskalation genutzt werden.

Die Ukraine wies die Vorwürfe ebenfalls zurück und bezichtigte Moskau der offensichtlichen Lüge. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Video-Ansprache: "Wenn Russland anruft und sagt, die Ukraine bereite angeblich etwas vor, dann bedeutet das eines: Russland hat dies alles vorbereitet. Ich glaube, die Welt sollte jetzt so hart wie möglich reagieren".

"Die russischen Lügen über angebliche Pläne der Ukraine, eine schmutzige Bombe zu nutzen, sind so absurd, wie sie gefährlich Sind", schrieb Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter. Die Ukraine stehe treu zum Atomwaffensperrvertrag. "Die Russen beschuldigen andere oft dessen, was sie selber planen."

Indes bleibt die Lage in der Ukraine weiterhin angespannt. Viele Haushalte sind nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur weiter ohne Strom. Dennoch machen die Reparaturarbeiten nach Selenskyjs Angaben Fortschritte. Es sei aber eine langwierige und komplizierte Arbeit. Er forderte die Bürger weiter zum Stromsparen auf. Seit Samstag seien 1,5 Millionen Haushalte wieder mit Strom versorgt worden, teilte der Versorger Ukrenerho mit.