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Nablus trauert: Fünf Palästinenser bei israelischer Militäraktion erschossen

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Von Euronews  mit AFP, AP
Trauernde ziehen in Nablus durch die Straßen.
Trauernde ziehen in Nablus durch die Straßen.   -   Copyright  AP Photo/Majdi Mohammed

In Nablus wurde für fünf von der israelischen Armee ermordete Männer, die eine grosse Beerdigungsfeier abgehalten. Tausende begleiteten die Särge der Toten, die laut israelischen Angaben Mitglieder der angeblichen Terrororganisation "Höhle des Löwen" waren. Das Gebäude, in dem sie sich versteckten und das sie angeblich nutzten, um Bomben zu bauen, wurde teilweise zerstört. Ungefähr zwanzig Leute wurden bei der Militäraktion verletzt.

Nicht weit von dort wurde in Ramallah ein weiterer Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen, nachdem er einen Sprengsatz auf sie geworfen hatte.

Palästinensische Behörden bezeichnen die Militäraktionen als Kriegsverbrechen, während der israelische Premierminister die Armee für die Präzision des Angriffs lobte, bei dem ein Anführer der angeblichen Terrorgruppe getötet wurde.

Eine Demonstration und ein Generalstreik wurden organisiert

Dutzende Palästinser:innen versammelten sich nahe des Zauns, der den Gaza-Streifen und Israel trennt, um gegen die israelische Militäraktion in Nablus zu protestieren. Sie schwenkten palästinensische Flaggen und vebrannten Reifen. Die Demonstration endete bei Sonnenuntergang ohne Verletzte.

Palästinenser:innen in Gaza und im Westjordanland haben einen Generalstreik organisiert, um gegen das Vorgehen der israelischen Armee zu demonstrieren. Die Läden in Nablus, Ramallah, Gaza und anderen palästinensischen Städten blieben geschlossen.

Dieses Jahr wurden bereits 125 Palästinenser:innen getötet

In Auseinandersetzungen im Westjordanland und im Osten Jerusalems wurden dieses Jahr bereits über 125 Palästinenser:innen getötet. Eine Serie palästinensischer Attacken im Frühling, bei der 19 Israelis getötet wurden, hat die Auseinandersetzungen befeuert. Die israelische Armee behauptet, die meisten der ermordeten Palästinenser:innen seien Miliz-Angehörige gewesen. Unter den Toten befanden sich allerdings auch Jugendliche, die mit Steinen warfen und andere, die nicht in die Konflikte involviert waren.

Die israelische Armee führt seit Monaten intensive Razzien durch, um gegen die Ausbreitung lokaler palästinensischer Milizen vorzugehen. Die "Höhle des Löwen" ist dabei eine der bekanntesten.