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Wahlkampf-Endspurt in Brasilien: Lula liegt vor Bolsonaro

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Von Euronews mit AP, dpa
Eine Brasilianerin in der Hauptstadt Brasilia hat sich offenbar schon für Lula da Silva entschieden
Eine Brasilianerin in der Hauptstadt Brasilia hat sich offenbar schon für Lula da Silva entschieden   -   Copyright  Eraldo Peres/Copyright 2022 The AP. All rights reserved   -  

In Brasilien hat der linke Präsidentschaftskandidat Luiz Inacio Lula da Silva vor der Stichwahl am kommenden Sonntag die Unterstützung einer Gruppe von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern erhalten. Die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer präsentierten sich mit dem 78-jährigen auf einem Fototermin in Sao Paulo.

Beoabchterinnen und Beobachter betrachten die Abstimmung am 30. Oktober als die wichtigste Wahl, seit sich Brasilien1985 von der Militärdiktatur befreite. Analysten gehen davon aus, dass der Ausgang des immer enger werdenden Rennens davon abhängen wird, wer die unentschlossenen Wahlberechtigten auf seine Seite bringt.

Auch Bolsonaro wirbt

Auch der rechtsextreme Amtsinhaber Jair Bolsonaro war auf Wahlkampftour. Er sagte im Bundesstaat Minas Gerais, Brasilien werde von einer korrupten Linken bedroht, und beschuldigte das Oberste Wahlgericht, sich in die Wahlen eingemischt zu haben.

Ohne Beweise vorzulegen, erklärte Bolsonaro, brasilianische Radiosender würden Wahlwerbung ungleichmäßig ausstrahlen und seinen Gegner bevorzugen. Lula ging aus der ersten Runde als Sieger hervor und liegt derzeit in den Meinungsumfragen sieben Prozentpunkte vorn. Bolsonaro hat angedeutet, dass er eine Niederlage bei der Stichwahl nicht akzeptieren würde.

Im laufenden Wahlkampf hat Bolsonaro Lula immer wieder als Dieb bezeichnet. 2018 wurde Lula wegen Korruption und Geldwäsche zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Im vergangenen Jahr hob ein Richter am Obersten Gerichtshof das Urteil aus formalen Gründen auf. 

Aber auch gegen Bolsonaro gibt es Korruptionsvorwürfe. So sollen er und Verwandte in den vergangenen 30 Jahren über 100 Immobilien erworben haben - rund die Hälfte wurde Medienberichten zufolge in bar bezahlt.