US-Midterms: Läuft alles auf eine Stichwahl am 6. Dezember hinaus?

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Von Euronews
Zwischenwahlen in den USA
Zwischenwahlen in den USA   -   Copyright  AFP   -  

Die Machtverhältnisse im US-Kongress bleiben weiterhin unklar. In den Bundesstaaten Georgia, Arizona und Nevada ist immer noch offen, ob Demokraten oder Republikaner die dort zu vergebenden Senatorenposten bekommen.

Bei der Parlamentswahl in der Mitte der Amtszeit von Präsident Joe Biden war am Dienstag unter anderem über alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses und gut ein Drittel der Senatssitze abgestimmt worden. Weder die Republikaner noch die Demokraten kommen nach bisherigem Stand der Prognosen und Ergebnisse zu den einzelnen Rennen in den Bundesstaaten jedoch auf die Mehrheit der Sitze in Senat und Repräsentantenhaus.

Den Republikanern werden zwar etwas bessere Chancen eingeräumt, die Mehrheit im Abgeordnetenhaus zu erobern. Die Demokraten schnitten aber insgesamt besser ab, als in vielen Umfragen vorhergesagt. Wegen äußerst knapper Rennen könnten noch mehrere Tage oder Wochen vergehen, bis endgültige Klarheit herrscht.

Stichwahl in Georgia: "Es geht um Demokraten und Republikaner"

Falls Arizona und Nevada keine Entscheidung bringen sollten, läuft alles auf die Stichwahl am 6. Dezember in Georgia hinaus - zwischen Amtsinhaber Raphael Warnock und dem republikanischen Herausforderer Herschel Walker.

Der Direktor des Zentrums für US-Politik an der University College London, Thomas Gift, erklärte gegenüber Euronews, dass Georgia das politische Schicksal des Landes in den Händen hält. "Es wird massig Geld von außen reinströmen. Es werden Wahlkampfexperten nach Georgia kommen, und wahrscheinlich werden sich bedeutende Politiker und Prominente in den Kampf einmischen."

All das werde den Charakter dieser Wahl erheblich verändern. "Ich glaube auch, dass es bei der Wahl in Georgia weniger um Warnock gegen Walker geht, sondern vielmehr um Demokraten und Republikaner“, so der Analyst.

Läuft DeSantis Trump den Rang ab?

Bei den Republikanern ist intern einiges durcheinandergewirbelt worden, nachdem die vorausgesagten Erfolge der Partei ausgeblieben sind. Nach seinem starken Auftritt gilt der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, als Herausforderer von Donald Trump für die Präsidentschaftskandidatur 2024.

Angesichts der Ungewissheit über den Ausgang der Zwischenwahlen raten erste Verbündete dem Ex-Präsidenten, mit der erwarteten Ankündigung einer erneuten Präsidentschaftskandidatur zu warten. Trump hatte am Vorabend der Midterms für den 15. November eine "sehr große Mitteilung" in Aussicht gestellt.

Alles müsse sich nun auf die Stichwahl am 6. Dezember in Georgia konzentrieren, sagte der langjährige Trump-Berater Jason Miller dem Sender "Newsmax". "Ich empfehle dem Präsidenten, bis nach dem Rennen in Georgia zu warten", sagte Miller. Ähnlich äußerte sich die frühere Sprecherin des Weißen Hauses unter Trump, Kayleigh McEnany, die mittlerweile politische Kommentatorin beim Sender Fox News ist.