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Tod im Terminal 2F: Iraner, der 18 Jahre am Flughafen Roissy CDG lebte, ist dort gestorben

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Von Euronews  mit AFP, AP
Merhan Karimi Nasseri ist nach 18 Jahren am Flughafen Charles de Gaulle in Paris gestorben
Merhan Karimi Nasseri ist nach 18 Jahren am Flughafen Charles de Gaulle in Paris gestorben   -   Copyright  Michel Euler/AP   -  

An diesem Samstag ist der Mann, der 18 Jahre lang in einem Terminal am Flughafen Charles de Gaulle im Norden von Paris gelebt hat, verstorben. Merhan Karimi Nasseri (auch: Mehran Karimi Nasseri) stammt aus Iran, er ist ein politischer Flüchtling und war seit 1999 als solcher in Frankreich anerkannt. Seine Geschichte hatte den Film "The Terminal" von Steven Spielberg inspiriert.

Nach Angaben der Flughafengesellschaft ist der 1945 geborene Merhan Karimi Nasseri am Samstagvormittag eines natürlichen Todes gestorben. Er hatte offenbar mehrere tausend Euro bei sich - wahrscheinlich ist es das Geld, das der Iraner von der Filmgesellschaft erhalten hatte. Nach dem Film aus dem Jahr 2004 hatte Merhan Karimi Nasseri - laut der Nachrichtenagentur AFP - einige Zeit in einem Obdachlosenheim gelebt. Dann war er aber an den Flughafen zurückgekehrt.

Er nannte sich selbst "Sir, Alfred"

Sich selbst nannte Merhan Karimi Nasseri "Sir, Alfred" (mit einem Komma).

Im Film "The Terminal" spielt Schauspieler Tom Hanks die Rolle von Viktor Navorski, der aus einem erfundenen osteuropäischen Land kommt und mit ungültigem Pass am Flughafen JFK in New York strandet.

Geboren war Merhan Karimi Nasseri 1945 in Madsched Soleyman im Südwesten von Isfahan, sein Vater war Arzt. Nach seiner Flucht aus Iran war er erst auf der Suche nach seiner Mutter, die eine schottische Krankenschwester gewesen sein soll. Doch es folgte eine lange Odyssee mit Stationen in London, Berlin und Amsterdam. Dabei wurde "Sir, Alfred" immer wieder ausgewiesen, weil Merhan Karimi Nasseri keine gültigen Papiere hatte - offenbar waren ihm seine Dokumente in Paris gestohlen worden.

In Interviews hatte "Sir, Alfred" von seinem Leben am Flughafen berichtet: er wurde von Beschäftigten in Roissy mit Essen - vor allem von McDonalds - versorgt und bekam Hygieneartikel aus den Duty-Free-Shops.

Laut Berichten hatte Mehran Karimi Nasseri die Aufenthaltserlaubnis und die Papiere, die er als politischer Flüchtling bekommen hatte, abgelehnt, weil sie nicht auf den Namen "Sir, Alfred" ausgestellt waren.