Bei Russlands Armee über Ausrüstung beklagt: Aufmüpfigem Soldaten Leschkow drohen 15 Jahre Haft

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Von Euronews  mit Moscow Times, AP
Russische Soldaten beim Training vor dem Einsatz in der Ukraine
Russische Soldaten beim Training vor dem Einsatz in der Ukraine   -   Copyright  AP/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.   -  

Ein von russischen Medien im Internet veröffentlichtes Video zeigt, wie sich der Gefreite Alexander Leschkow (auch: Leshkov) auf einem Militärgelände bei Moskau bei seinem Vorgesetzten über das mangelnde Training und die schlechte Ausrüstung vor dem Einsatz in der Ukraine beklagt. 

Leschkow beschimpft dabei den Kommandierenden und bläst ihm den Dampf seiner E-Zigarette ins Gesicht. Wie auch die Moscow Times berichtet, drohen dem Soldaten jetzt 15 Jahre Haft.

Ostorozhno Novosti hat das Video des aufmüpfigen Gefreiten auf seinem Telegram Kanal publik gemacht.

"Sie halten sich nicht an den direkten Befehl des Oberkommandierenden, mobilisierte Soldaten zu versorgen und auszubilden", sagt Leschkow in der Aufnahme - und: "Ich spreche für die Gruppe."

"Das hätten Sie nicht tun sollen", antwortet der Offizier.

Zunächst hat ein Gericht entschieden, dass Alexander Leschkow vor seinem Prozess mindestens bis zum 13. Januar in Haft bleiben muss - wie dessen Anwalt gegenüber Ostorozhno Novosti bestätigte.

In den vergangenen Tagen hatten Einheiten von Rekruten Schlagzeilen gemacht, die als an der Front vermisst galten. Die Familien dieser Soldaten klagten teilweise auch über die Art und Weise, wie die Männer und sie behandelt wurden.

Der Gefreite Leschkow zeigt im Video auch eine kaputte Schutzweste. Und er sagt offenbar auch, es habe nur zwei Schießtrainings vor dem Einsatz gegeben.

Ostorozhno, Novosti
Alexander Leschkow (Leshkov) im Video auf TelegramOstorozhno, Novosti

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Strafen für Deserteure und undiszipliniertes Verhalten bei der Armee vor der Teilmobilmachung im Herbst verschärft. 

Twitter-User Ivan Sokovic - der das Video teilt - schreibt, dass der Gefreite Leshkov einen Orden verdient habe.

Dass nicht nur westliche Geheimdienste über Probleme mit dem Nachschub bei Russlands Armee berichten, wurde deutlich, als viele Rekruten sich ihre militärische Ausrüstung selbst kaufen mussten.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es immer wider  Berichte von russischen Soldaten gegeben, die sich im Krieg in der Ukraine im Stich gelassen fühlten.