Iran: Chamenei lobt Niederschlagung der Proteste

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Von Euronews  mit dpa
Ajatollah Ali Chamenei (83) wettert gegen den Westen
Ajatollah Ali Chamenei (83) wettert gegen den Westen   -   Copyright  AP/AP

Angesichts der Massenproteste im Iran hat Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei die Bevölkerung davor gewarnt, sich aus dem Ausland durch Propaganda verführen zu lassen. "Die wichtigste Methode des Feindes ist heute Fälschung und Lüge», sagte das 83 Jahre alte Staatsoberhaupt am Samstag in Teheran. "Die Fernsehsender, die Sie kennen und sehen, gehören dem Feind."

Ausdrücklich nannte Chamenei die USA. Auch Israel gilt als Erzfeind des islamischen Landes, Saudi-Arabien als regionaler Rivale.

"Der Feind versucht, die Gehirne zu beherrschen", sagte Chamenei vor Mitgliedern der paramilitärischen Basidsch-Milizen. "Das ist für den Feind viel wertvoller als die Beherrschung von Gebieten." 

Chamenei lobte die Niederschlagung der Proteste und sagte: "Das Problem, dem wir gegenüberstehen, ist nicht ein paar Krawallmacher in den Straßen. Auch wenn jeder Krawallmacher, jeder Terrorist also, bestraft werden muss. Sie sind Werkzeuge der USA. Nein, das Schlachtfeld ist viel größer. Und unser Hauptfeind ist die Arroganz der anderen Länder."

Seit mehr als zwei Monaten demonstrieren im Iran Zehntausende gegen die autoritäre Politik der islamischen Führung. Polizei und Sicherheitskräfte gehen mit aller Härte vor. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden mehr als 440 Demonstranten getötet. Die Basidsch-Milizen spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Präsident Ebrahim Raisi kündigte bei einem anderen Treffen mit Milizen an, dass die Anstrengungen zur Verteidigung des islamischen Systems verdoppelt werden müssten. "Die Basidschs leisten gute Arbeit bei der Konfrontation mit den Randalierern", lobte Raisi. Auslöser der oft von Frauen angeführten Aufstände war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden war.