Aus Klimaschutzgründen: Londoner Gaslaternen aus dem 19. Jahrhundert sollen weichen

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Von euronews
Wartung einer Gaslaterne in London vor der königlichen Hochzeit zwischen Prinz William und seiner Kate im April 2011
Wartung einer Gaslaterne in London vor der königlichen Hochzeit zwischen Prinz William und seiner Kate im April 2011   -   Copyright  Gero Breloer/AP2011

Gaslaternen in London. Sie wirken wie Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, erinnern an Verfilmungen von "Sherlock Holmes" oder "Mary Poppins". Doch nein, der Anblick ist sehr aktuell und viele Menschen in der britischen Hauptstadt lieb und teuer. Doch das könnte sich auf lange Sicht ändern. 

Laternen in Zukunft mit LED-Birnen

Denn die Regierung hat angekündigt, das Gaslicht von rund 200 denkmalgeschützten Straßenlaternen zu ersetzen und zwar durch umweltfreundlichere LED-Birnen. Das hat für Unmut gesorgt, auch bei Luke Honey, der mit Antiquitäten handelt und sich für den Erhalt der Londoner Straßenlaternen einsetzt: 

"Die Gaslaternen sind doch ein unglaublich wichtiger Teil der Londoner Geschichte, sie sind Teil der DNS der Hauptstadt." 

Dieses Argument blieb wohl auch dem Stadtrat nicht verborgen. In dieser Woche hieß es, die rund 200 geschützten Laternen würden verschont. Dafür sollen 94 nicht unter Denkmalschutz stehenden Gaslaternen umgerüstet werden. 

Auch auf Twitter feiern Fans der Gaslaternen sowohl die Institution an sich als auch die neuesten Entwicklungen um den Londoner Klassiker: 

Stadtrat bremst Vorhaben

Tim Bryars, der in London mit seltenen Büchern handelt, will alle Gaslaternen erhalten: 

"Das ist uns im Grunde auch zu viel. Wir haben gesagt, dass der Vorteil einer Umrüstung für die Umwelt überhaupt verschwindend gering wäre. Und wenn wir jetzt 174 Lampen behalten und dafür rund 90 umrüsten, dann könnten wir es auch gleich lassen und alle Gaslaternen erhalten."

Insgesamt verfügt die Hauptstadt über mehr als eintausend Gastlaternen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgestellt worden waren. Damals brachten sie der als düster und schmutzig geltenden britischen Hauptstadt das erste Mal überhaupt bei Nacht erleuchtete Straßen.