Kampf gegen Covid-19: China will Ältere boostern

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Von Euronews  mit dpa, AP
In China ruft die Regierung nun Ältere dazu auf, sich erneut gegen Covid-19 impfen zu lassen.
In China ruft die Regierung nun Ältere dazu auf, sich erneut gegen Covid-19 impfen zu lassen.   -   Copyright  Andy Wong/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Während die Proteste gegen die strenge Null-Covid-Strategie der Regierung in China immer lauter werden, haben die Behörden im Kampf gegen rasant steigende Neuinfektionszahlen angekündigt, ihre Impfkampagne für Ältere zu beschleunigen. Bislang haben gerade mal 40 Prozent der über 80-Jährigen eine Booster-Impfung erhalten.

"Wir empfehlen denjenigen, bei denen keine Risiken vorliegen und die die Impfkriterien erfüllen, besonders die Älteren, sich schnellstmöglich gegen Covid-19 impfen lassen. Sie sollten sich schnellstmöglich boostern lassen", so Gua Yanhong, Direktorin der Abteilung Gesundheitliche Notfallmaßnahmen.

Eine Abkehr vom Null-Covid-Kurs ist allerdings nicht in Sicht. Angekündigte Anpassungen sollten "schnell und gründlich" umgesetzt werden, um "Unannehmlichkeiten" zu verringern.

Nach Aufrufen zu neuen Demonstrationen wurde ein Großaufgebot an Sicherheitskräften mobilisiert. In Metropolen wie Peking, Shanghai, Guangzhou und Hangzhou wurde durch massive Polizeipräsenz auf den Straßen ein Wiederaufflammen der Proteste verhindert.

Hongkong symathisiert mit Menschen in "Lockdown-Städten"

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hatten am Wochenende Dutzende Menschen an der Universität versammelt, aus Solidarität mit den vom Lockdown Betroffenen in anderen chinesischen Großstädten. Als Zeichen des Protests hielten sie weiße Blätter in die Höhe - sie sind zum Symbol im Kampf gegen die Zensur der chinesischen Regierung geworden.

Passanten wurden angehalten, mussten sich ausweisen und ihre Handys zeigen, die dann auf verdächtige Inhalte oder Programme wie Tunneldienste (VPN) zur Umgehung der Zensur untersucht wurden. In China herrscht eine Nachrichtensperre über die Proteste. Vereinzelte Protestaktionen werden meist nur durch Videos in sozialen Medien bekannt. Die Zensur kam nun allerdings mit dem Löschen nicht hinterher.

Zwar haben sich die Wogen gegen die Lockdowns etwas geglättet, doch die Behörden fürchten, dass erneute Einschränkungen des öffentlichen Leben eine noch heftigere Reaktion provozieren könnten.