Vive la Baguette: Das flauschige Weißbrot mit Kruste ist immaterielles Kulturerbe

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Von Euronews  mit AFP/DPA
Ein knuspriges Baguette am Morgen, für viele Menschen in Frankreich eine Lebenskunst
Ein knuspriges Baguette am Morgen, für viele Menschen in Frankreich eine Lebenskunst   -   Copyright  AP Photo/Michel Euler

Es ist mehr als nur ein Lebensmittel, ein Nationalsymbol, beinah eine Religion und ab sofort auch immaterielles Kulturerbe: das französische Baguette.

Das Können und die Kultur rund um das berühmte Brot wurden auf die Repräsentative Liste aufgenommen, wie die Unesco am Mittwoch mitteilte.

Die Anerkennung durch die UN-Kulturorganisation war mehr als überfällig, finden viele in Frankreich. Ein Baguette-Kenner sagt: "Es ist ein französisches Erbe! Französische kulinarische Kunst muss gestärkt und gefördert werden. Das ist eine gute Sache für uns."

Einem guten warmen Baguette kann niemand widerstehen

Eine Frau erklärt, warum die Stange Brot so wichtig ist. "Auf nationaler Ebene ist es wirklich ein Symbol und steht für die französische Tradition, morgens in die Boulangerie gehen, um ein Brot zu holen. Einem guten warmen Baguette kann niemand widerstehen."

Ganz gleich ob zum Frühstück, als Sandwich oder Käseschieber beim Diner, flauschiges Weißbrot mit Kruste muss sein. Französische Lebensart in Reinform, vive la Baguette!

Jedes Jahr gehen mehr als sechs Milliarden Baguette über den Tresen. Das Rezept: eigentlich nur Mehl, Wasser, Salz und Hefe. Und der magische Handgriff eines jeden Bäckers.

Andere Länder haben das nicht

Boulange Jean-Yves Boullier erklärt: "Es ist ein gewisses Know-how, das andere Länder nicht haben. Ein traditionelles Baguette hat keine Zusatzstoffe, es besteht nur aus Mehl. Unsere Vorfahren haben ihr Wissen an uns weitergegeben, wir versuchen, es zu bewahren."

Diese Anerkennung für das Baguette kommt zu einer Zeit, in der es immer weniger eigenständige Backstuben gibt und viele Betriebe wegen den steigenden Stromkosten das Handtuch werfen.

In Frankreich gibt es heute noch 35.000 Bäckereien, das sind 20.000 weniger als 1970.