Zerstörtes Stromnetz: Tschechische Spender schicken 36 Generatoren in die Ukraine

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Von euronews
Einer der Stromgeneratoren für die Ukraine
Einer der Stromgeneratoren für die Ukraine   -   Copyright  Andrew Kravchenko/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.

Als die russischen Truppen ihren Angriffskrieg in der Ukraine begannen, war es kalt. Es folgten Frühling und Sommer, nun fallen die Temperaturen erneut. Der russische Präsident weiß, dass er die Kälte als Waffe gegen die ukrainische Bevölkerung einsetzen kann. Deswegen lässt er Angriffe auf die Ernegieversorgung des Landes fliegen. Die Ukraine aber bekommt Hilfe aus der europäischen Nachbarschaft. Hier und da könnten gespendete Stromgeneratoren helfen, die Versorgungslücke zu schließen.

In nur zehn Tagen sind in Tschechien mehr als 70.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Mit dem Geld sollen Stromgeneratoren für die Ukraine angeschafft werden. Denn der Kreml lässt immer wieder Angriffe auf die Energieversorgung des Landes durchführen, will die Kälte des Winters als Waffe gegen die Zivilbevölkerung einsetzen. Genau 36 Generatoren sollen noch diese Woche von Tschechien in den Süden und Osten der Ukraine gebracht werden - und weitere sollen folgen. 

Strom: Generatoren sollen Versorgungslücke schließen

"Ganz oben auf der Liste benötigter Dinge stehen die Generatoren. Generatoren und noch mal Generatoren. Wir konnten sogar einen überarbeiteten 400-Kilowatt-Generator auftreiben. Den genauen Ort will ich nicht verraten, aber: Er wird Strom für ein Wasserwerk erzeugen, in einer Stadt von rund 100.000 Menschen", so Vaclav Keprt, Direktor einer kirchlichen Wohltätigkeitsorganisation im Erzbistum Olmütz. 

Neben Tschechien schickt auch Polen Generatoren in die Ukraine, so in die Großstadt Cherson, wo das Stromnetz zuletzt gänzlich zusammengebrochen war. Öffentliche Ladestationen, die durch Generatoren betrieben werden, geben die Möglichkeit, das Handy aufzuladen. 

Die Stadt war innerhalb von nur einer Woche rund 260 Mal von Russland angegriffen worden. Andere Regionen aber sind noch oder wieder an das Stromnetz angeschlosen - zumindest für ein paar Stunden am Tag. Einerseits werden die Strom-, Gas- und Wasserleitungen durch russischen Beschuss zerstört. Andererseits müssen die ukrainischen Behörden immer wieder Kraftwerke aus Sicherheitsgründen abschalten. 

Bernat Armangue/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.
Cherson hat nach russischem Beschuss weder Strom noch Wärme oder Wasser. Das Foto zeigt, wie ältere Menschen aus der Stadt gebracht werden, in verschontere Gegenden, 27.11.22Bernat Armangue/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.

Ministerpräsident: werden wohl durch den Winter kommen

"Ja, die Situation ist schwierig, es gibt eine Versorgungslücke. Die kritische Infrastruktur hat Priorität. Bis zu 60 Prozent der Leistung des Netzes bleibt dann, um die Bevölkerung zu versorgen. So können wir die Last der Zwangsabschaltungen gleichmäßig verteilten, so dass man wenigstens fünf oder sechs Stunden das Licht brennen lassen kann", so der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal in Kiew. 

Der ukrainische Ministerpräsident fügte hinzu, es gebe seiner Meinung nach ausreichend Ressourcen, um durch den Winter zu kommen.