Russischer Oligarch in London festgenommen - Sohn klagt in Dubai

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Von Euronews  mit TASS, AFP
Russischer Oligarch Mikhail Fridman in Israel - ARCHIV
Russischer Oligarch Mikhail Fridman in Israel - ARCHIV   -   Copyright  Pavel Golovkin/Copyright 2019 The AP. All rights reserved

Der russische Oligarch Mikhail Fridman ist in London unter dem Verdacht von Geldwäsche und Betrug festgenommen - und auf Kaution wieder freigelassen worden. Die "National Crime Agency" (NCA) berichtet von einer groß angelegten Operation gegen einen 58-jährigen "wohlhabenden russischen Geschäftsmann", der in seinem mehrere Millionen teuren Haus verhaftet wurde.

Die russische Agentur TASS schreibt, es handle sich um den Oligarchen Mikhail Fridman. Offenbar wurde der Milliardär inzwischen gegen Kaution freigelassen.

Zusammen mit Pjotr Awen hat Mikhail Fridman Russlands größte Privatbank, die Alfa-Bank, gegründet. Er leitet zudem die LetterOne Group mit Sitz in Luxemburg.

Fridman gehört zu den mehr als 1.200 Personen, die die Europäische Union wegen des Kriegs in der Ukraine mit Sanktionen belegt hat. Sein Verbögen sollte eingefroren sein. Dabei hatte der Geschäftsmann wenige Tage nach Russlands Einmarsch in die Ukraine an seine Beschäftigten geschrieben: "Krieg kann nie die Lösung sein". Fridman und sein Partner Awen hatten auch angekündigt, sie wollten gegen die EU-Sanktionen juristisch vorgehen.

Der Unternehmer Mikhail Fridman ist in Lwiw (damals Sowjetunion - heute Ukraine) geboren und hat neben dem russischen einen israelischen Pass.

Graeme Biggar, Generaldirektor der NCA, sagte zu der Operation gegen den russichen Unternehmer: "Die erst in diesem Jahr eingerichtete Zelle der NCA zur Bekämpfung der Kleptokratie hat beachtliche Erfolge bei der Untersuchung potenzieller krimineller Aktivitäten von Oligarchen, den professionellen Dienstleistern, die sie unterstützen und ermöglichen, und denjenigen, die mit dem russischen Regime in Verbindung stehen."

Auch Fridmans Sohn Alexander Oschelky, der in Dubai lebt, hat sich in einem Video darüber beklagt, dass er von Sanktionen betroffen ist. Der 23-Jährige erklärt, er sei von Tag 1 an gegen den Krieg gewesen und verstehe nicht, warum seine Position nicht zähle. Er habe in London gegen den Krieg protestiert und betrachte sich als Ukrainer.