Russischer Großangriff nach ukrainischer Drohnenattacke auf Militärflughäfen

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Von Julika Herzog  mit dpa, AFP, AP
Zerstörung nach jüngster russicher Angriffswelle in der Region Saporischschja
Zerstörung nach jüngster russicher Angriffswelle in der Region Saporischschja   -   Copyright  AP/ Adm. militar de Zaporíjia

Nach der jüngsten russischen Angriffswelle in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Erfolge der Luftabwehr gegen die Vielzahl russischer Marschflugkörper betont: 60 von etwa 70 russischen Raketen konnte die ukrainische Luftabwehr nach eigenen Angaben abschießen.

Dennoch Opfer und mehrere Treffer- wieder großflächige Stromausfälle

Dennoch gab es mehrere Treffer und auch Opfer. "Jede abgeschossene russische Rakete ist ein konkreter Beweis dafür, dass der Terror besiegt werden kann", sagte er in seiner täglichen Videoansprache.

"Doch leider können wir unserem Himmel immer noch keine vollständige Sicherheit geben, es gab mehrere Treffer und es gibt Opfer. Vier Menschen wurden bei den russischen Luftangriffen getötet. Mein Beileid an ihre Familien und Freunde."

Russischen Angaben zufolge wurden "alle 17 benannten Ziele getroffen". Auch die Energieversorgung: im Land kam es wieder in vielen R egionen zu Stromausfällen, wie zum Beispiel in Lwiw. Nach Selenskyjs Angaben fiel in sieben Regionen der Strom aus. Mancherorts brach auch die Wasserversorgung zusammen.

"An so etwas kann man sich nicht gewöhnen, aber man kann sich anpassen. Der Mensch kann sich an alles anpassen. Wir haben Taschenlampen und Powerbanks, alles, was man braucht, um sich in dieser Situation wohl zu fühlen", so ein  Einwohner von Lemberg

Moskau macht Kiew für Angriffe auf Militärflugplätze verantwortlich

Russland hat die Ukraine für Angriffe auf zwei russische Militärflughäfen mit mindestens drei Toten verantwortlich gemacht. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte am Montagabend, dass ukrainische Streitkräfte die Militärflugplätze "Djagiljewo" im Gebiet Rjasan und "Engels" im Gebiet Saratow mit Drohnen angegriffen hätten, um russische Langstreckenflugzeuge außer Gefecht zu setzen.

Laut einem Bericht der "New York Times" - unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten ukrainischen Offiziellen - wurde einer der beiden Angriffe von ukrainischen Spezialkräften unterstützt, die demnach auf russischem Boden aktiv waren, hunderte Kilometer hinter der russisch-ukrainischen Grenze.

Laut dem russischen Militär wurden drei Soldaten getötet und vier weitere mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Langstreckenbomber seien jedoch nur unwesentlich beschädigt worden, auch dank des Einsatzes von Flugabwehr.

Russland sprach von einem "terroristischen Akt" und beantwortete die beiden mutmaßlich ukrainischen Angriffe auf eigenem Boden mit der jüngsten großen Angriffswelle auf Ziele in der Ukraine.

Kiew bestätigt indirekt Angriffe

Die Regierung in Kiew äußert sich offiziell nicht, doch die ukrainischen Luftstreitkräfte bestätigten am Montagabend indirekt die Angriffe auf die beiden russischen Militärflugplätze. Auf Telegram wurden zudem zwei Fotos veröffentlicht, die einen beschädigten russischen Bomber und einen beschädigten Lastwagen vor einem offenbar getroffenen Flugzeug zeigen. Die Echtheit der Bilder konnte nicht geprüft werden.

Mykhailo Podolyak, ein Berater des ukrainischen Präsidenten, bezog sich indirekt auf die Angriffe, wie es ukrainische Beamte schon oft nach unerklärlichen Explosionen in Russland getan haben.

"Die Erde ist rund - eine Entdeckung von Galileo", schrieb er auf Twitter. "Wenn etwas in den Luftraum anderer Länder geschossen wird, werden unbekannte Flugobjekte früher oder später zum Ausgangspunkt zurückkehren."