Ukraine-Krieg: Notleidende sind überwiegend 60 Jahre und älter

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Von Euronews
Eine Frau in Lyman in der Region Donezk bereitet am 15. November 2022 eine Mahlzeit zu
Eine Frau in Lyman in der Region Donezk bereitet am 15. November 2022 eine Mahlzeit zu   -   Copyright  Andriy Andriyenko/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Die älteren Menschen in der Ukraine leiden unter den russischen Bombardierungen stärker als alle anderen Bevölkerungsgruppen. Amnesty International stellt fest, dass Menschen im Rentenalter besonders oft in zerstörten Häusern und überlasteten staatlichen Notunterkünften leben müssen. Grundlage des Amnesty-Berichts sind Gespräche mit 226 Personen in der Ukraine zwischen März und Oktober 2022.

Laura Mills ist Wissenschaftlerin der Abteilung Krisenmanagement von Amnesty International. Sie erläuterte im euronews-Interview: "Ältere bleiben oft in den Gebieten zurück, die unter ständigem russischen Beschuss stehen. Sie sind nicht in der Lage, wie viele andere Teile der Bevölkerung, in Bunkern oder anderswo Schutz zu finden. Deshalb bleiben sie oft in ihren Wohnungen, was sie einem erhöhten Risiko von Tod und Verletzung aussetzt. Wenn sie vertrieben werden, haben sie Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden, sie leben oft in Armut oder sie haben Behinderungen, und das alles erschwert die Suche nach einer Unterkunft."

Ein Viertel der ukrainischen Bevölkerung ist laut Amnesty über 60 Jahre alt. Nach Angaben der Menschenrechtsabteilung der Vereinten Nationen sind zwischen Februar und September 34 Prozent aller getöteten Zivilisten in dieser Altersgruppe gewesen.

Von der internationalen Staatengemeinschaft fordert Amnesty deshalb, die Bedürfnisse älterer und behinderter Menschen in der Ukraine stärker bei humanitären und entwicklungspolitischen Maßnahmen zu berücksichtigen. Grundsätzlich stellte Amnesty der Regierung in Kiew ein positives Zeugnis in Bezug auf Evakuierungen gefährdeter Gebiete aus

Weitere Quellen • Amnesty International