"Darknet ist kein straffreier Raum": Botschaft im "Boystown"-Prozess

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Von Euronews  mit dpa, ARD via EBU
Anwalt mit Verurteiltem im Boystown-Darknet-Prozess in Frankfurt
Anwalt mit Verurteiltem im Boystown-Darknet-Prozess in Frankfurt   -   Copyright  ARD via EBU

Im sogenannten "Boystown"-Prozess sind in Frankfurt am Main mehrere Männer zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Weil sie die weltweit größte Online-Plattform für den Austausch von Kinderpornografie betrieben und selbst Kinder sexuell missbraucht hatten, müssen ein 49-Jähriger Deutscher 12 Jahre in Haft, ein 42-Jähriger mehr als 10 Jahre. Bei beiden sieht die Justiz auch eine Rückfallgefahr. Ein 60-jähriger Deutscher, der in Paraguay festgenommen wurde, muss wegen der Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Inhalte acht Jahre ins Gefängnis.

Den Opfern eine Stimme geben

Dem vorsitzenden Richter Christian Annen war vor allem eine Botschaft wichtig: "Das Darknet ist kein straffreier Raum. Straftaten, die dort begangen werden, werden weltweit geahndet."

Bei dem Prozess waren auch Opfer als Nebenkläger. Anwalt Niklas Henke, der einen heute 23-Jährigen vertritt, hofft auf eine Signalwirkung durch die in Frankfurt gefällten Urteile. "Diese Taten wirken nach.", sagte Henke. Mit dem Urteil vom Dienstag werde jedoch „auch den Opfern eine Stimme gegeben.“

Im vergangenen Jahr war die Darknet-Plattform "Boystown" mit mehr als 400.000 Usern zerschlagen worden. Die Ermittlungen in weiteren Fällen von Missbrauch und Kinderpornografie dauern an.