Kein billiges Benzin mehr in Ungarn

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Von Euronews  mit dpa
Gergely Gulyas
Gergely Gulyas   -   Copyright  AP Photo

Nach dem Auftreten von ernsthaften Versorgungsengpässen hat Ungarns Regierung die seit mehr als einem Jahr geltende Benzinpreisdeckelung aufgehoben.

Dieser Schritt sei auf Vorschlag des Mineralölkonzerns MOL vollzogen worden und gelte mit sofortiger Wirkung, teilte der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orbán, Gergely Gulyas, mit. Er machte das von der Europäischen Union (EU) gegen Russland verhängte Ölembargo für die Situation verantwortlich.

Euronews-Reporter Sándor Zsíros meint hierzu: "Das ist nicht wahr, dass die Aufhebung der Benzinpreisdeckelung etwas mit Brüssel zu tun, denn das Embargo betrifft Ungarn gar nicht."

Vielmehr hatten ausländische Mineralölfirmen kein Interesse, Benzin zu Preisen unter dem Marktwert nach Ungarn zu liefern. Nach Ansicht von Experten hatte sich ein Zusammenbruch der Treibstoffversorgung abgezeichnet.

Seit dem 1. November des Vorjahrs mussten die Autofahrer in Ungarn lediglich 480 Forint (1,17 Euro) für einen Liter Super bleifrei (95 Oktan) oder eine Liter Diesel bezahlen.

Die Regelung führte zuletzt zu Engpässen in der Versorgung mit Treibstoffen für Fahrzeuge. Der heimische Mineralölkonzern MOL vermochte der gestiegenen Nachfrage nach billigem Treibstoff nicht mehr nachzukommen. Vielen Tankstellen ging das Benzin aus, vor den Zapfsäulen bildeten sich Warteschlangen.

Obwohl die Erscheinung noch nicht flächendeckend zu beobachten war, zeichnete sich nach Ansicht von Experten ein Zusammenbruch der Treibstoffversorgung ab. Die Aufhebung der Preisdeckelung trat am Dienstag 23.00 Uhr in Kraft.

Auch in der Vergangenheit hatten schon Engpässe gedroht. Die Regierung hatte deshalb den Kreis der Anspruchsberechtigten zunehmend eingeschränkt. Seit letztem Mai durften nur noch in Ungarn zugelassene Fahrzeuge zum begünstigten Preis betankt werden. Im Juli wurde die Regelung auf Fahrzeuge beschränkt, die sich im Besitz von Privatpersonen befanden.