50 Jahre eingesperrt im kleinen Becken: Kommt Orca Lolita bald frei?

Der Orca Lolita im Miami Sequarium
Der Orca Lolita im Miami Sequarium   -   Copyright  PETA   -  
Von Doloresz Katanich  & Euronews

Das Seaquarium in der US-amerikanischen Stadt Miami hat angekündigt, die Shows mit dem alternden Orca Lolita nach einem halben Jahrhundert einzustellen. Der 56-jährige Schwertwal ist eine Ikone in der Metropole in Florida, das Tier hatte die ersten Auftritte im Aquarium im Jahr 1970.

Lolita wurde mit vier Jahren von ihrer Mutter und ihren sieben Geschwistern getrennt und kam gegen eine Gebühr von nur 5.500 Euro ins Miami Seaquarium. Seither ist Lolita unermüdlich auf der Bühne - und das im kleinsten Orca-Becken der Welt.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich Berühmtheiten wie Johnny Depp, Lindsay Lohan und Harrison Ford für die Freilassung des Tieres eingesetzt. Doch erst eine Überprüfung durch das US-Landwirtschaftsministerium setzte dem Leiden des Walfisches ein Ende.

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Lolita in ihrem Becken im Miami SequariumPETA

"Seit über einem halben Jahrhundert gefangen"

"Der Bericht machte deutlich, dass die Tiere in den Becken des Seaquariums aufgrund der schlechten Pflege leiden und sterben", erklärt Jared Goodman, Vizepräsident der Tierrechtsorganisation PETA. Deshalb sei die Anlage zu dieser Zeit geschlossen worden und werde wohl auch nie wieder geöffnet.

Jetzt wird dafür gekämpft, dass Lolita ihre letzten Jahre in Frieden verbringen kann, weit weg von den Qualen der Gefangenschaft. "PETA fordert nun, dass dies der erste Schritt zur Freilassung Lolitas in ein Meeresschutzgebiet ist, bevor dieser Orca, der so viel Leid erfahren musste, in demselben engen Becken stirbt, in dem er seit über einem halben Jahrhundert gefangen ist", fügt Goodman hinzu.

Wilfredo Lee/AP
Schon 2015 gab es in Miami Proteste für eine Freilassung des OrcasWilfredo Lee/AP

Lolitas Becken ist nur viermal so groß wie sie selbst

Auf die Anfrage von Euronews Green an die Muttergesellschaft des Seaquariums zur Zukunft des Killerwals gab es keine Auskunft. In der jüngsten Erklärung behauptete das Unternehmen, dass Lolita trotz ihres fortgeschrittenen Alters gesund sei und gut esse. "Wie bei jedem Tier, das seine Lebenserwartung überschritten hat, werden wir sie weiterhin genau beobachten und pflegen", hieß es aus Miami.

Mit 24 Metern Länge und einer Breite von zehn Metern ist Lolitas Becken nur viermal so groß wie das Tier selbst. Sie müsste es insgesamt 600 Mal umrunden, um die gleiche Strecke zurückzulegen, die Orcas normalerweise an einem einzigen Tag zurücklegen.

In ihren Heimatgewässern, wie im Nordwesten des Pazifiks, leben Killerwale in etwa so lange wie Menschen; in einem Aquarium halbiert sich diese Lebenserwartung.

Vorerst geht es darum, den Orca aus der Gefangenschaft zu befreien und ihn in die freie Wildbahn zu entlassen - auf die sicherste Art und Weise. "Das Hauptaugenmerk sollte zunächst auf ihrer Gesundheit und ihrem Wohlergehen liegen", sagt der Geschäftsführer des Whale Sanctuary Project, Charles Vinick. "Jeder sollte sich darauf konzentrieren, dass wir ihr die bestmögliche Lebensqualität für den Rest ihres Lebens bieten."