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Bansko: Gemeinsam arbeiten, gemeinsam Ski fahren

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Von Monica Pinna

Büroflächen zu unterschiedlichen Zwecken und an Personen verschiedener Berufszweige zu vermieten, ist ein Wirtschaftsbereich, der sich vor allem bei freiberuflich tätigen Menschen Beliebtheit erfreut. Besonders im Wirtschaftsbereich Digitales Tätige greifen gerne auf diese Möglichkeit zurück und sind dabei oft ortsungebunden.

Der deutsche Unternehmer Matthias Zeitler bietet derartige Arbeitsflächen im bulgarischen Wintersport Bansko an. „Ich bin vor vier Jahren nach Bulgarien gekommen und habe Coworking Bansko eröffnet, eine ortsunabhängige digitale Arbeitsstätte in einem Bergort in Bulgarien, der im Winter Skiort ist. Im Sommer ist es wie ein kleines Dorf“, erläutert er.

Monica Pinna
Matthias ZeitlerMonica Pinna
Bansko war für mich die folgerichtige Wahl
Matthias Zeitler
Unternehmer

Von München nach Bulgarien

„Ich komme aus München in Deutschland. Ich habe lange Zeit bei großen Unternehmen im Bereich Übersetzung und Lokalisierung gearbeitet und dann einen Onlinevermarktungsbetrieb gegründet, der sich auf Technologie spezialisiert hat“, sagt Zeitler. Er habe Menschen kennengelernt, die kein richtiges Zuhause mehr hatten und nur noch aus dem Koffer lebten. Und ihm sei bewusstgeworden, dass er einer von ihnen sei, so Zeitler.

Warum Bulgarien, warum Bansko? Es handele sich um einen interessanten Standort, „weil die Lebenshaltungskosten niedrig sind. Die Besteuerung ist niedrig. Da es in Europa liegt, gibt es keine Visa-Probleme. Und die Natur ist fantastisch. Daher war Bansko für mich die folgerichtige Wahl“, sagt der Unternehmer.

Monica Pinna
Büroalltag in BanskoMonica Pinna

Lieber in der Gemeinschaft arbeiten

Zwar könne man freiberuflich und selbständig auch von zu Hause aus arbeiten, aber das sei langweilig, meint Zeitler. „Viele Leute kommen zu Coworking Bansko der Gemeinschaft wegen“, betont er. „Das Schöne an Gemeinschaftsbüros ist, dass man von Gleichgesinnten umgeben ist“, sagt er. Ein weiterer Trumpf Banskos ist, dass es sich um einen Wintersportort handelt. Nach der Arbeit oder an freien Tagen mal eben auf die Piste, das ist hier ohne weiteres möglich.

„Als wir vor fünf Jahren mit Coworking Bansko anfingen, war das eine Freizeitbeschäftigung. Wir haben uns zu einer der nachgefragtesten Anlaufstellen für ortsunabhängige digitale Arbeit in Europa entwickelt. Wir haben im Durchschnitt etwa 100 Mitglieder. Das bedeutet: Es gibt viele neue Anforderungen“, sagt Zeitler. „Wir wollen Unternehmen nach Bansko holen, während wir in der Vergangenheit hauptsächlich freiberuflich und allein Tätige hatten. Ich möchte Coworking Bansko zu einem Unternehmen machen, das einer Gemeinschaft gehört. Eines der Projekte ist Coliving Bansko, wo wir Unterkünfte anbieten“, erläutert er.

Monica Pinna
Bansko: Arbeit und WintersportMonica Pinna

Zeitlers Unternehmen zieht Blicke auf sich und regt andere an, sich auch in diesem Wirtschaftsbereich zu versuchen, gibt der Münchener preis: „Viele Leute fragen mich: Coworking Bansko ist toll, wie kann ich das auch machen? Es ist wichtig, zuerst zu verstehen, weshalb man das macht. Alle haben eine andere Antwort, abhängig von der Motivation. Man muss herausfinden, warum man Gemeinschaftsbüros anbieten will und dann den erträumten Gemeinschaftarbeitsbereich aufbauen“, sagt Zeitler.