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Nicht "für einen Mörder arbeiten": Kulturschaffende protestieren gegen Putins Krieg

Ein Musikstudent vor dem Bahnhof von Lemberg (Lviv) in der Westukraine
Ein Musikstudent vor dem Bahnhof von Lemberg (Lviv) in der Westukraine   -   Copyright  AP Photo/Bernat Armangue   -  
Von Euronews  mit AFP/EBU/DPA

Russlands Krieg in der Ukraine hat die Mitglieder des ukrainischen Kammerorchesters inmitten einer Konzerttournee durch Italien überrascht. An eine Rückreise nach Hause ist derzeit nicht zu denken.

Deswegen hat das Ensemble beschlossen, weiterhin aufzutreten, um für ihre Lieben und den Frieden in der Ukraine zu spielen. Violinist Anatolii Vasylkivskyi sagt: "Wir sind alle sehr betroffen. Es ist sehr schwierig, in dieser Stimmung zu spielen. Wir wollen unsere Konzerte der Ukraine, den ukrainischen Streitkräften und all den Menschen widmen, die sich in dieser Situation befinden. Wir wollen unser Volk unterstützen, unsere Aufgabe ist die Kultur."

Auch in Russland zeigen sich Kunst- und Kulturschaffende solidarisch unter anderem mit einem offenen Brief gegen den Krieg Ukraine.

Der Franzose Laurent Hilaire, Ballettdirektor am Stanislawski-Musiktheater in Moskau, gab am Sonntag "angesichts der geopolitischen Situation" seinen Rücktritt bekannt.

Bereits einen Tag nach Beginn des Krieges hatte der künstlerische Leiter des Majakowski-Theaters, Mindaugas Karbauskis kündigt.

Am berühmten Bolschoi musste die Premiere des Balletts "Kunst der Fuge" verschoben werden, weil der Choreograph Alexej Ratmanski das Land verlassen hat.

Auch die jangjährige Di­rek­torin des Moskauer Meyerhold-Zentrums Elena Kovalskaya trat zurück. "Man kann nicht für einen Mörder arbeiten und von ihm bezahlt werden", schrieb sie auf Facebook.

Aber es gibt auch Musik-Koryphäen, die sich nicht von Putin abkehren wollen. Dem Star-Dirigenten Waleri Gergijew deswegen in Mailand ein Ultimatum gestellt. Entweder, er distanziere sich von Putins Krieg in der Ukraine oder die Zusammenarbeit mit der Scala werde beendet. Ähnliche Forderungen gab es auch von den Münchner Philharmonikern, deren Musikdirektor Gergiev ist. 

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigte am Dienstag an, der Chefdirigent werde wegen dessen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin entlassen. Gergijew habe sich trotz Aufforderung, sich eindeutig und unmissverständlich von dem Krieg gegen die Ukraine zu distanzieren, nicht geäußert, begründete Reiter den Schritt. 

Auch die New Yorker Carnegie Hall sagte ein geplantes Gastspiel Gergijews ab.