Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Das Annecy Festival hat seine Preise vergeben

euronews_icons_loading
Das Annecy Festival hat seine Preise vergeben
Copyright  euronews
Von Frédéric Ponsard  & Sabine Sans

Jedes Jahr im Juni wird Annecy zum Treffpunkt der Animations-Liebhaber. Alle Welt trifft sich zum weltweit größten Festival für Animationsfilme: von den großen amerikanischen Studios bis hin zu unabhängigen Filmemachern und Studenten aus ganz Europa und der Welt. 

Alle Formate, alle Unterstützungen, alle Techniken und vor allem alle Fantasien sind hier erlaubt, möglich und sichtbar.

Einweihung des "Walk of Fame"

Dieses Jahr wurde der "Walk of Fame" eingeweiht, Michel Ocelot erhielt einen Ehren-Cristal, der erste seiner Art für seine unvergleichliche Animationskunst. Der Vater von Kiriku ist einer der großen Meister des europäischen Animationsfilms. Frédéric Ponsard hat ihn für euronews interviewt. 

"Ich habe das Gefühl, dass ich zum Geschichtenerzähler geworden bin", sagt der französische Filmemacher. "Anfangs dachte ich, ich sei hauptsächlich Zeichner, aber mit der Zeit merkte ich, dass ich gerne Geschichten erzähle, ein kleiner Mechanismus, der sich in Bewegung setzt, der dahin geht, wo ich will, und der aufhört, wenn es nötig ist, nicht zu früh und nicht zu spät."

Sein neuester Film "Le Pharaon, le Sauvage et la Princesse" ("Der schwarze Pharao, der Wilde und die Prinzessin") wird im Herbst in Europa in die Kinos kommen. 

Auszeichnung der besten Beiträge

Das Festival endete mit einer Preisverleihung, bei der unter anderem der begehrte Cristal für den besten Animationsfilm verliehen wurde. Der Preis ging an den französisch-luxemburgischen Film "Le Petit Nicolas: Qu’est-ce qu’on attend pour être heureux?", bei dem Amandine Fredon und Benjamin Massoubre gemeinsam Regie führten.

Die Geschichten des kleinen Nick sind zunächst als illustrierte Bücher erschienen, mit dem Zeichner Sempé und dem Drehbuchautor Goscinny, der auch Autor von Asterix ist.

"Wir freuen uns sehr für das ganze Team, denn es ist eine Arbeit, die von 200 bis 250 Leuten gemacht wird! Ich persönlich und Amandine freuen uns heute Abend sehr, aber gerade denke ich nur an das Team", meint Filmregisseur Benjamin Massoubre. Uns seine Kollegin Amandine Fredon sagt:

"Die Bücher über den kleinen Nick sind keine Kinderbücher, sondern Bücher für Erwachsene, die Kinder haben. Diese Mischung aus Erwachsenen- und Kindersicht ist sehr passend."

Den Preis der Jury bekam der Streifen "Interdit aux chiens et aux Italiens", von Alain Ughetto, der die Geschichte seiner italienischen Großeltern erzählt, die nach Frankreich eingewandert sind. 

"Die Dreharbeiten waren europäisch", erklärt der Filmregisseur. "Die Schweiz hat uns unterstützt, Belgien, Italien, Portugal... ich habe mit jungen Leuten aus ganz Europa gearbeitet!" 

Eine Geschichte über Europa und seine Migrationen, mit der allgegenwärtigen Angst vor dem Fremden. 

Es ist einer der großen Animationsfilme dieser Ausgabe 2022, die ein großer öffentlicher, wirtschaftlicher und künstlerischer Erfolg war.