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Die Spuren des Meteoriten: Ein dänisches Museum erzählt vom großen Artensterben

Exponat im Stevns Klint Experience
Exponat im Stevns Klint Experience   -   Copyright  © Jan Schulz Adolfssen   -  
Von Lena Roche

Die Angst vor einem Meteoriteneinschlag ist nicht völlig unbegründet, vor 65 Millionen Jahren schlug der 2500 Tonnen schwere Chicxulubauf der Erde ein - und vernichtete mehr als die Hälfte allen Lebens auf dem Planeten - einschließlich der Dinosaurier.

Der Einschlag hinterließ weltweit Spuren - zum Beispiel in der Steilklippe Stevns Klint, nur eine Stunde südlich von Kopenhagen. Heute ist der Ort UNESCO-Welterbestätte und glänzt mit einem großen, interaktiven Museum, dessen Bau neun Jahre gedauert hat.

Jahrelang war die Erde nach dem Einschlag mit einer Aschewolke bedeckt

Das Museum beweist seine Einzigartigkeit durch Exponate aus der ganzen Welt, aus Neuseeland, Spanien, Italien und sogar aus Yucatan, Mexiko, wo der Meteorit auf der Erde einschlug.

"Es war eine globale Katastrophe. Die Dinosaurier starben aus, aber einige Tiere überlebten", sagt Tove Danholt, Leiterin des Weltkulturerbes Stevns Klint, und zeigt auf ein kleines Säugetier, das seinen Nachwuchs säugt. "Sie ist die Vorfahrin von fast allen. Also danke fürs Überleben."

Das kleine Säugetier ist tatsächlich der Vorfahre von Pandas, Bären, Affen und uns Menschen.

Manche Besucher werden beim Anblick der Ausstellung emotional. Einige erklären, dass die Zerstörung der Erde Parallelen zum heutigen Klimawandel und einem möglichen Weltkrieg in der Ukraine aufweist.

"Wir haben Leute, die weinen, wenn sie die Ausstellung sehen", sagt Tove Damholt, Leiterin des Welterbes Stevns Klint. "Es ist eine globale Geschichte, die für uns alle von Bedeutung ist das Massenaussterben, das alles Leben auslöschte und den Rahmen für die Welt, wie wir sie heute kennen, schuf. 

Wir haben hier eine Ausstellung geschaffen, die direkt ins Herz geht. Kommen Sie hierher und denken Sie über Ihr eigenes und das heutige Leben nach und spüren Sie die Hoffnung, dass das Leben robust ist und alles überdauern wird." 

Das Museum integriert die 41 Meter hohe Klippe ins Gebäude

Königin Margrethe II. hat das Museum von Anfang an unterstützt und interessiert sich besonders für die Fossilienfunde, die von der UNESCO so beschrieben werden: "An der Stätte ist ein außergewöhnlicher Fossilienfund zu sehen, der die vollständige Abfolge der Fauna und Mikrofauna zeigt, die die Erholung nach dem Massenaussterben darstellt."

Vor neun Jahren erklärte die UNESCO die Stevns Klint zum Weltkulturerbe, seitdem wurde daran getüftelt, die richtige Art von interaktivem Museum zu konzipieren und bauen. 

"Wir wollen, dass Touristen und Einheimische darüber diskutieren, was in der Welt passiert", sagt Steen Bonke, Geschäftsführer von Stevns Klint Experience.

Die wunderschönen Kreidefelsen der dänischen Ostseeinsel Seeland sind auf jeden Fall einen Besuch wert.