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Juan Diego Flórez erobert Salzburg mit jungen Musikern aus Peru im Sturm

Juan Diego Flórez erobert Salzburg mit jungen Musikern aus Peru im Sturm
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Von Katharina Rabillon

Die Musiker von "Sinfonía por el Perú" sind entschlossen, ihre Träume zu verwirklichen. Sie sind Teil eines visionären Musikförderprojektes in Peru, das vom weltberühmten Tenor Juan Diego Flórez ins Leben gerufen wurde.

"Sie finden eine Familie, sie finden eine Gemeinschaft. Sie wissen, dass sie allein manche Dinge erreichen können, aber gemeinsam können sie die Welt erobern", so Startenor Juan Diego Flórez.

Die jungen Musiker stammen aus sozial benachteiligten Verhältnissen, so wie die 18-jährige Diana Espinoza. Die Flötistin lebt in einem der gefährlichen Viertel Limas. Das Förderprogramm bietet Tausenden Kindern im ganzen Land kostenlosen Musikunterricht. Nach unzähligen Übungsstunden hat sich Dianas harte Arbeit ausgezahlt. Sie wurde für die Tournee 2022 ausgewählt.

Ihre Mutter ist stolz. "Es ist so großartig, für die ganze Familie. Es hat das Leben all der Kinder in jeder Hinsicht verändert, weil es ihnen Werte wie Verantwortung, Disziplin und Teamwork vermittelt. Ich bin sehr stolz auf meine Tochter."

Ein Konzert mit Idol Juan Diego Flórez in der Stadt von Mozart

Ein Traum wird wahr für Diana und die anderen jungen Musiker. Fast 80 junge Musikerinnen und Musiker aus Peru geben ihr Debüt bei den berühmten Salzburger Festspielen. Im Jugendorchester von "Sinfonía por el Perú" sind nur die Talentiertesten aus den verschiedenen Musikschulen Perus vertreten. Sie sind die Botschafter für das gesamte Projekt und die Erwartungen sind hoch.

"Natürlich bin ich selbst auch nervös" sagt Juan Diego Flórez nur wenige Tage vor dem Konzert von "Sinfonía por el Perú" auf einer der brühmtesten Bühnen der Welt in Salzburg. "Aber ich muss sagen, als ich in Salzburg angekommen bin und mit ihnen geprobt habe, ist das alles verflogen. Ich bin mir sicher, dass sie großartig sein werden."

Diana erzählt, dass die jungen Musiker am Anfang zwar nervös und etwas unsicher waren, aber jetzt seit sie den Dirigenten getroffen habe, würde sie sich viel besser fühlen. "Er hat eine sehr klare Vision und eine sehr klare Sprache. Er gibt uns ein Gefühl der Sicherheit." 

Auch für den spanischen Maestro Roberto González-Monjas war die Begegnung inspirierend. "Sie wissen genau, was sie zu tun haben, sie sind diszipliniert. Die Exzellenz, die sie anstreben, und das Niveau, das sie mitbringen, der Stolz mit dem sie musizieren haben - ich denke, das sollten wir alle sehen und davon lernen."

Zwischen den intensiven Proben haben die jungen Musiker auch die Gelegenheit, Österreichs Landschaft zu entdecken. Viele der Jugendlichen kommen aus schwierigen Verhältnissen. Nicole Revoredo sagt, sie habe eine Menge Probleme und sei damit nicht die Einzige. "Aber durch die schöne Kunst der Musik können wir abschalten. Und hier in Österreich zu sein, ist ein echter Traum, nicht nur für mich."

Das Musikförderprojekt habe ihr Leben vor allem auf persönlicher Ebene verändert, sagte Flötistin Diana. "Es hat mir viel mehr Selbstvertrauen gegeben und mir auch eine Karriere ermöglicht. Jetzt weiß ich, dass ich mich zu 100 Prozent der Musik widmen möchte."

Countdown läuft - Aufregung bei den Salzburger Festspielen

Der Countdown läuft und für Juan Diego Flórez ist es wichtig, dass das Orchester seinen besonderen Esprit zeigt. Noch einen Tag bis zum Konzert

Juan Diego Flórez: "Sie bringen etwas mit, was man in anderen Orchestern nicht hören kann, nämlich die Energie, eine Art, gemeinsam zu spielen und sich gemeinsam zu bewegen. Das Peruanische, auch in der klassischen Musik, habe ich ihnen gesagt: Macht es anders“ 

Diana hat eine Botschaft für das Publikum. "Ich möchte ihnen eine neue musikalische Vision vermitteln, denn wir kommen von einem anderen Kontinent. Ich möchte, dass sie neue Emotionen erleben, weil wir auch lateinamerikanische Musik spielen, nicht nur klassische." 

„Sie bringen ihren Geist, ihren Enthusiasmus, ihren Optimismus und ihre Botschaft mit. Die Botschaft, dass die Musik ihr Leben verändert hat und das sie nun die Welt mit Musik verändern wollen. Träume beflügeln uns. Mein größter Traum ist es natürlich, mehr Menschen in Peru zu helfen, ich würde gerne eine Million Kinder erreichen", so Juan Diego Flórez.

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