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Prix Lumière 2022: Tim Burton wird wie ein Rockstar gefeiert

Prix Lumière 2022: Tim Burton wird wie ein Rockstar gefeiert
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Von Frédéric Ponsard

Dieses Jahr hat Tim Burton den "Prix Lumière" in Lyon erhalten. Damit wird jährlich ein großer Name des Kinos gewürdigt. Er folgt unter anderen auf Quentin Tarentino, Pedro Almodóvar und zuletzt Jane Campion. 

Eine wichtige Auszeichnung und ein Beweis für die Liebe des Publikums zu dem amerikanischen Filmemacher, der Meisterwerke des Kinos geschaffen hat, von "Batman" bis "Alice im Wunderland", über "Edward mit den Scherenhänden" oder "Charlie und die Schokoladenfabrik".

In Lyon wurde er wie ein Rockstar empfangen, er besuchte unter anderem das Institut Lumière, wo die Gebrüder Lumière den ersten Film der Kinogeschichte, "La Sortie des Usines Lumières", drehten.

"Ich bin ein einfacher Mensch", sagt Tim Burton an dem geschichtsträchtigen Ort. "Als ich anfing, meine kleinen Super-Acht-Filme zu drehen, liebte ich Stop-Motion, diese Art von Kunstfertigkeit. Das geht zurück zu den Anfängen des Films, zu der Art, wie sie Effekte in Stummfilmen realisierten. Es war wie Magie. Nirgendwo könnte ich besser sein, es ist großartig, ich war noch nie hier, die Energie dieses Ortes zu spüren, ist großartig."

Unglaubliche Energie und ein voller Saal wie die "Halle Tony Garnier", die sich für eine Tim-Burton-Nacht mit 5000 Plätzen in das größte Indoor-Kino der Welt verwandelte.

Ausverkaufte Säle und Meisterklassen

Fast 500 Vorführungen, aber auch Meisterklassen wie die von Monica Bellucci, die ausführlich über ihre Karriere als Schauspielerin und ihren neuesten Film "The Girl in the Fountain" sprach, der einer anderen Ikone des Kinos, Anita Ekberg, gewidmet ist. Er wurde während des Festival Lumière uraufgeführt, ein idealer Ort für einen Streifen, der Dokumentarfilm und Fiktion mischt.

"Das Festival in Lyon ist ein Festival des Kulturerbes. Man kann sich Filme ansehen, es gibt jede Menge Archivmaterial, historische, restaurierte Filme, das ermöglicht jungen Leuten, mit der Vergangenheit in Kontakt zu bleiben, mit dem, was das Kino und die Kunst geprägt hat und weiterhin prägt", meint Monica Bellucci. "Tim Burton erinnert mich sehr an Fellini, weil er jemand ist, der viel zeichnet, seine Filme erlauben uns zu träumen und uns zu entwickeln."

Zahlreiche Retrospektiven

Es gab zahlreiche Retrospektiven, wie die des amerikanischen Filmemachers James Gray, der mit seinem neuesten Film "Armageddon Time" vertreten war. Die teils autobiografische Geschichte seiner Kindheit in Queens in New York, wo er Antisemitismus, Rassentrennung und soziale Ungleichheit erlebte. 

Ein anspruchsvoller Regisseur, dem es trotz des Drucks der großen Studios und Plattformen gelingt, persönliche Filme zu liefern, die Erfolg haben: "Man muss sich immer wieder bemühen, Filme zu machen, die ein bisschen an die Grenzen gehen, und dann einfach hoffen, dass es dem Publikum gefällt. In dieser Hinsicht bin ich optimistisch, denn ich habe das Gefühl, dass es immer Raum für etwas Neues gibt."

Das 14. Festival Lumière endete mit stehenden Ovationen für Tim Burton.