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Aktivisten bringen Debatte um Rettungsschiffe im Mittelmeer nach Straßburg

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Von Sandor Zsiros
Aktivisten bringen Debatte um Rettungsschiffe im Mittelmeer nach Straßburg

ProActiva Open Arms ist eine spanische Hilfsorganisation, die Migranten aus dem Mittelmeer rettet.

Eines ihrer Boote, die Teresa, machte jetzt in Straßburg fest, um damit gegen die Behandlung von Hilfsschiffen zu demonstrieren.

Die Teresa hat zahlreiche Einsätze vor der libyschen Küste hinter sich.

Ein risikoreiches Unterfangen - vor allem wegen der fehlenden politischen Unterstützung.

Das Hauptproblem sei der gesetzliche Rahmen, sagt das Besatzungsmitglied Anabel Montes. Europa wolle uns stoppen, ganz gleich wie, und drohe mit Gefängnis und hohen Geldstrafen. Das sei das eigentliche Risiko.

Trotz des harten Vorgehens der italienischen Regierung wollen die Aktivisten weitermachen.

Das Boot legte am Rheinufer neben dem Europäischen Parlament an. Dort trafen Abgeordnete mit der Besatzung zusammen.

Es müsse Schluss sein mit der Kriminalisierung von Hilfsorganisationen, meint der spanische Abgeordnete Miguel Urbán.

Das Parlament müsse laut und deutlich sagen, das die Rettung von Menschenleben keine Straftat sei.

Aktivisten wie Abgeordnete gleichermaßen begrüßten die Freilassung einer deutschen Schiffsführerin, angeordnet von einem italienischen Gericht.

Doch der Chef der nationalistischen ID-Fraktion, der Italiener Marco Zatti kündigte an, die Gesetze ändern zu wollen, um unliebsame Richter zu stoppen.

Wenn nötig brauchen wir neue Regeln, um den Schutz der italienschen Grenzen zu gewährleisten, so Zatti. Das Sag en hätten dann nicht private Organisationen, sondern der italienische Staat. Unter bestimmten Umständen auch die EU.

Für die einen sind sie Kriminelle, für andere Helden. Der neue Parlamentspräsident rief inzwischen zum Dialog zwischen beiden Gruppen auf.

Journalist • Stefan Grobe