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Prag verspricht Waffenlieferungen an Ukraine

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Von Stefan Grobe  & Sandor Tsiros
Prag verspricht Waffenlieferungen an Ukraine
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Vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen an der ukrainisch-russischen Grenze ist die Tschechische Republik bereit, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. Die Regierung in Prag folgt damit entsprechenden Beschlüssen der drei baltischen Republiken.

In einem Interview mit Euronews erklärte der neue tschechische Außenminister Jan Lipavský, es gehe darum den Worten der Solidarität Taten folgen zu lassen: "Wir stehen an der Seite der Ukraine und zwar in jeder Beziehung. Die Regierung erwägt zudem, Munition in die Ukraine zu liefern, um die Kampfbereitschaft der ukrainischen Armee zu stärken."

Die Beziehungen zwischen Prag und Moskau sind angespannt. Nach langwierigen Ermittlungen machten die Tschechen den langen Arms Russlands für Explosionen in einer tschechischen Munitionsfabrik 2014 verantwortlich, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen.

Im Konflikt mit Russland habe die Ukraine die volle Unterstützung der Tschechischen Republik. Lipavský: "Unsere Botschaft ist sehr klar: Wir stehen an der Seite der Ukraine und werden alles tun, damit das Land die Freiheit behält, sich für ein Bündnis zu entscheiden, sich für eine Mitgliedschaft in der EU oder der NATO zu entscheiden."

Die neue tschechische Regierung war nach langen Verhandlungen im Dezember ins Amt gekommen. Dabei stand das Kabinett in scharfem Gegensatz zu Staatspräsident Milos Zeman, der für seine pro-russische Haltung bekannt ist.

Brüssel dorht Moskau mit wirtschaftlichen Sanktionen, sollte Russland in die Ukraine einmarschieren. Außenminister Lipavský hofft, dass es dabei zu einer gemeinsamen Position auf EU-Ebene kommt. Denn noch sind die Meinungen dazu geteilt.

Lipavský: "Wir haben eine interne Debatte über Sanktionen, denn schließlich sind diese Maßnahmen eine unseren wichtigsten Werkzeuge, sollte es zu einer Eskalation der Lage in der Ukraine kommen. Ich spüre aber den starken Willen zur Einheit, in der NATO wie auch in der EU."

Die russische Forderung nach einem Abzug der NATO-Truppen aus Bulgarien und Rumänien nannte Lipavský völlig inakzeptabel.