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EU plant Milliardeninvestitionen in heimische Halbleiterindustrie

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Von Stefan Grobe  & Bryan Carter
Mikrochips für den Automobilbau
Mikrochips für den Automobilbau   -   Copyright  JENS SCHLUETER/AFP or licensors

Die Welt ringt um den Zugang zu Halbleitern oder Mikrochips, da wird die EU diese Woche ein neues Paket vorstellen, das darauf abzielt, die europäische Forschung und Produktion in diesem entscheidenden Markt anzukurbeln.

Während eines Besuchs bei IMEC, einem führenden Forschungs- und Entwicklungszentrum für Halbleiter mit Sitz in Belgien, betonte der EU-Industriekommissar, dass Europa in diesem Bereich autonomer sein müsse.

Das EU-Paket zielt darauf ab, rund 45 Milliarden Euro in den Mikrochip-Sektor zu stecken, mit dem Ziel, die EU-Produktion bis 2030 zu vervierfachen.

Thierry Breton, EU-Industriekommissar: "Wir werden drei Hauptpakete haben: eines wird die Unterstützung von Forschung und Entwicklung mit Zuschüssen zwischen elf und zwölf 12 Milliarden Euro sein. Der zweite Teil ist die Unterstützung von Produktionsstandorten, 30 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern. Und der dritte Teil wird die Unterstützung von Start-ups sein, ein Fonds zwischen zwei bis sechs Milliarden Euro."

Mit anderen Worten, der größte Teil des Geldes wird in Halbleiterfabriken fließen, die in Europa fehlen. Die EU ist sogar bereit, die strengen Regeln für staatliche Beihilfen zur Finanzierung dieser Projekte zu lockern.

Derzeit befinden sich drei Viertel der Chipproduktionskapazitäten in Asien. Und 92 % der fortschrittlichsten Chips werden in Taiwan hergestellt. 

Halbleiter werden überall eingesetzt, von Smartphones über Autos und Kampfjets bis hin zum Internet der Dinge. Aber die Pandemie und die globale Unterbrechung der Lieferketten haben die Notwendigkeit der Eigenständigkeit in diesem Bereich erhöht.

Und angesichts eines stark wachsenden Marktes investieren Regierungen auf der ganzen Welt, darunter China und die USA, Milliarden in diesen Sektor und lassen Europa kaum eine andere Wahl, als dem Trend zu folgen.

Luc Van den hove, Vorstandschef von IMEC: "Dies ist ein sehr vernetztes Ökosystem, in dem wir wirklich von anderen Regionen abhängig sind, und daher ist es sehr wichtig, dass wir sicherstellen, dass Europa seine Position stärkt, damit wir auch umgekehrte Abhängigkeiten in Europa schaffen."

Trotz dieser massiven öffentlichen Investitionen bleibt abzuwarten, ob Halbleiterunternehmen Produktionslinien in Europa aufbauen werden oder nicht.