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Brüssel will stärker gegen Kindesmißhandlung im Netz vorgehen

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Von Stefan Grobe  & Gregoire Lory
Die EU-Kommission sagt Kindesmißhandlung im Netz den Kampf an.
Die EU-Kommission sagt Kindesmißhandlung im Netz den Kampf an.   -   Copyright  Christophe Licoppe/ EU/Christophe Licoppe   -  

Die Zahlen sind erschreckend. Im Jahr 2021 wurden weltweit 85 Millionen Bilder oder Videos gemeldet, die Kinder als Opfer sexuellen Missbrauchs zeigen.

Um dieses Phänomen zu bekämpfen, das sich mit der Covid-Pandemie verschlimmert hat, hat die Europäische Kommission Vorschläge zur Stärkung ihrer Gesetzgebung vorgelegt. Die EU-Exekutive unterstreicht den Umfang der Aufgabe.

Die Meldungen über Fotos und Videos von sexuellem Missbrauch von Kindern in der Europäischen Union hätten in den letzten zehn Jahren um 6.000 Prozent zugenommen, sagt EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. 90 Prozent dieses Materials weltweit würden in der EU ins Internet gesetzt.

Die Kommission will mit ihren Vorschlägen von einem System der freiwilligen Erkennung illegaler Inhalte zu einem verpflichtenden Verfahren übergehen. Anbieter und digitale Plattformen müssen das Risiko des Missbrauchs ihrer Dienste überwachen.

Unternehmen müssen solches Material aufspüren und dann einem neuen europäischen Zentrum melden, das sich dem Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern widmet. Solche Inhalte müssen so schnell wie möglich entfernt werden. Kinderrechtsgruppen begrüßen diese Maßnahmen.

In der heutigen Zeit machten Kinder sehr viel früher mit dem Internet Erfahrung, sagt Niels van Paemel von Child Focus. Innerhalb von nur vier Jahren sei das Alter des Erstbesitzes eines Smartphones von zwölf auf acht Jahre zurückgegangen. Das habe einen großen Einfluss darauf, wie Kinder mit dem Internet umgingen und wie sie Risikoverhalten vermeiden könnten.

Anbieter und Plattformen äußern jedoch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Die Kommission fordert den Einsatz möglichst eingriffsarmer Instrumente, um diese Bedenken auszuräumen.