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So holen Lettland und Litauen gefährdete Jugendliche von der Straße

Von Paul Hackett
So holen Lettland und Litauen gefährdete Jugendliche von der Straße
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Könnten andere Länder in Sachen soziale Integration etwas von Lettland lernen? Das baltische Land nutzt den Sport, um das Leben junger Menschen zu verbessern.

Die Pandemie hat von uns allen einen Tribut gefordert, aber die Schließung von Schulen war für viele Kinder besonders schwer. In der lettischen Hauptstadt Riga helfen regelmäßig stattfindende Veranstaltungen wie die so genannten Ghetto Games jungen Menschen, wieder auf die Beine zu kommen. 

Neben den klaren Vorteilen die für körperliche und geistige Gesundheit zielt die Straßenkultur dieser Events darauf ab, besonders Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen anzuziehen und zu unterstützen.

Sport für die soziale Inklusion von gefährdeten Teenagern

Einer der Organistoren ist Antons Semeņaks: "Ghetto Games ist eine Jugendbewegung und es ist ein Ort für Jugendliche, an dem sie sich körperlich und moralisch entwickeln, wo sie ihre Freizeit mit verschiedenen körperlichen Aktivitäten verbringen können - Basketball, Hockey, Fußball, was auch immer, es ist ein perfekter Ort für Jugendliche."

Aber die Ghetto Games durchzuführen, ist nicht die einzige Initiative, sie sind ein Teil des Projekts "Risk-Free", das für eine entsprechende Sport-Infrastruktur in Lettland und Litauen sorgt.  

In der zweitgrößten Stadt Lettlands, Daugavpils, wurden zum Beispiel in mehreren Gegenden Fitnessgeräte aufgestellt. Die Initiatoren von "Risk-Free" sagen, das Projekt sei ein Katalysator für einen positiven sozialen Wandel in Daugavpils gewesen.

"Auf den Sportplätzen können sich die Jugendlichen des Viertels treffen, Kontakte knüpfen und ihre sportlichen Fähigkeiten verbessern", erklärt die Santa Upīte, die Projekt-Managerin in Daugavpils. "Dank der Angebote treiben sich die Jugendlichen nicht auf der Straße herum, konsumieren keinen Alkohol und keine Drogen, sondern sie passen aufeinander auf und verbessern gleichzeitig ihre Fähigkeiten".

Risk-Free wurde aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. Mit dem Geld konnten 36 Innen- und Außenbereiche in Lettland und Litauen umgestaltet werden. Neben der Infrastruktur wurden auch spezielle Sportkurse für Kinder und Sportgeräte finanziert.

Arturs Bozovics nutzt das Angebot regelmäßig: "Es ist sehr beliebt bei unseren lokalen Sportlern und auch bei Leuten, die einfach nur gerne Sport treiben. Denn hier kann man seine Kraft, seine Dehnung, Flexibilität und auch seine körperliche Fitness entwickeln."

Gesellschaftliche Projekte wie dieses sind oft nicht besonders bekannt. Aber sie können viel verändern, besonders in benachteiligten Gegenden. Die Kombination von Trainings und Events wie bei den Ghetto Games kann nach Ansicht der Organisatoren einen großen Beitrag dazu leisten, junge Menschen auf den richtigen Weg zu bringen und einen positiven Unterschied ausmachen – sowohl für sie selbst als auch für ihr Umfeld.

"Sie bieten Jugendlichen die Möglichkeit zu erkennen, was sie können. Kostenlos können sie verschiedene sportliche Aktivitäten ausprobieren und sehen: dieses funktioniert für mich und jenes nicht. Und vielleicht werden wir in 5, 10 oder 15 Jahren sagen können, das war ein Wendepunkt für sie", so die Risk-Free-Managerin Iluta Kriškijāne. 

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