Europa demonstriert für die iranischen Frauen

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Von Julika Herzog  mit dpa, AFP, AP
Kunstaktion in Italien aus Solidarität mit iranischen Frauen
Kunstaktion in Italien aus Solidarität mit iranischen Frauen   -   Copyright  Cecilia Fabiano/LaPresse   -  

In ganz Europa gehen Menschen auf die Straße um ihre Solidarität mit den Demonstrierenden im Iran zu zeigen, in den Niederlanden marschierten Hunderte zum Parlament. In deutschen Städten gingen mehr als 10 000 Menschen auf die Straße und protestierten gegen die Diskriminierung von Frauen im Iran dort.

Weiter landesweite Proteste im Iran

Im Iran ebbt die Welle der landesweiten Demonstrationen gegen die ultrakonservative Regierung und das islamische System nicht ab.

Auslöser für die Proteste war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Polizeigewahrsam vor gut zwei Wochen. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihrer angeblich «unislamischen Kleidung» festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben; die Polizei weist das zurück.

Haare ab - aus Solidarität

In Italien, im römischen Kunstmuseum Maxxi, schneiden sich Besucherinnen aus Solidarität mit den iranischen Frauen Haarsträhnen ab. Die Box mit den Haaren soll an die iranischen Botschaft in Rom übergeben werden.

Giovanna Melandri, Direktorin des MAXXI Museums für zeitgenössische Kunst, erklärt die Aktion: "Die iranischen Frauen müssen wissen, dass sie nicht allein sind. Sie müssen wissen, dass wir gemeinsam an ihrer Seite für ihre Forderung nach grundlegenden Menschenrechten kämpfen wollen."

Protest im Europäischen Parlament

Auch im Europäischen Parlament in Straßburg schnitt sich eine schwedische Europaabgeordnete während einer Debatte über die Proteste im Iran die Haare ab.

"Bis die Frauen im Iran frei sind. Wir werden Euch beistehen. Ein Leben und Freiheit für Frauen", so Abir Al-Sahlani im Plenum.

Schweigeminute im Parlament

Und in Paris hielten französische Abgeordnete, Ministerinnen und Minister in der Nationalversammlung eine Schweigeminute ab - in Gedenken an "alle im Iran, die ihren Kampf für die Freiheit mit ihrem Leben bezahlt haben".