Vorweihnachtliche Annäherung zwischen EU und westlichen Balkanländern

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Von Stefan Grobe  & Ana Lazaro
Erstemals fand ein EU-Westbalkan-Gipfel außerhalb der Europäischen Union statt.
Erstemals fand ein EU-Westbalkan-Gipfel außerhalb der Europäischen Union statt.   -   Copyright  AP Photo/Vadim Ghirda

Herzlicher Empfang der albanischen Regierung zum EU-Westbalkan-Gipfel in Tirana - ein höchst symbolischer, denn das Treffen fand zum ersten Mal außerhalb der Europäischen Union statt.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen sicherstellen, dass die sechs Länder der Region der EU verpflichtet bleiben, da der russische Krieg in der Ukraine Spannungen zu erzeugen droht.

Aus diesem Grund hat die EU ihr Engagement bei der Mitgliedschaftsperspektive deutlich bekräftigt.

Die Zukunft unserer Kinder werde mit dem Westbalkan innerhalb der EU sicherer und erfolgreicher sein, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel.

Im Gegenzug erwartet die EU von den Balkanländern, dass sie sich den Sanktionen gegen Russland vollständig anschließen, was Serbien bisher ablehnt.

„Russland versucht, Einfluss zu gewinnen, China versucht, Einfluss zu gewinnen. Wir sind der größte Investor, der engste Partner, und deshalb dreht sich die Diskussion genau um diesen Punkt: Sie müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Auf der Seite der Demokratie? Das ist die Europäische Union, Eure Freunde und Partner."

Die Länder des Westbalkans fordern ihrerseits die EU auf, den Integrationsprozess zu beschleunigen, wissend, dass der Krieg in der Ukraine neue Dringlichkeit gebracht hat.

Zum ersten Mal werde der Balkan von der EU als strategischer geopolitischer Raum gesehen und behandelt, erklärte Albaniens Regierungschef Edi Rama. Wann werde als die Mitgliedschaft kommen? Eines sei sicher: Die Albaner würden der EU treu bleiben, selbst wenn die EU verschwinde, witzelte er.

Da sich ein Beitritt jedoch noch lange hinziehen könnte, wurden eine Reihe von Abkommen unterzeichnet, um die Herzen der sechs Balkanländer zu gewinnen, darunter eines zur Senkung der Roaming-Gebühren.

Zudem wurde eine Milliarde Euro an Zuschüssen versprochen, um den Staaten bei der Bewältigung der Energiekrise zu helfen.