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19. Mittelmeerspiele in Oran: Den Sport im Herzen

Von Cinzia Rizzi  & Sabine Sans
19. Mittelmeerspiele in Oran: Den Sport im Herzen
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12 Tage Sport, Wettkämpfe und Feiern: die 19. Mittelmeerspiele sind am 6. Juli im algerischen Oran zu Ende gegangen. Etwa 3400 Sportler aus 26 Ländern dreier Kontinente (Afrika, Asien und Europa) traten in 24 Sportarten gegeneinander an: von der Leichtathletik über Schwimmen, Fußball, Judo und Gymnastik, um nur einige zu nennen. Italien holte die meisten Medaillen vor der Türkei und Frankreich. Algerien steht an vierter Stelle im Medaillenspiegel vor Spanien.

Italien gewinnt die meisten Medaillen, die Türkei wird Zweiter

Italien verlässt Oran mit der größten Ausbeute: Die italienischen Sportler haben 159 Medaillen gewonnen: 48 Goldmedaillen, 50 Silbermedaillen und 61 Bronzemedaillen, womit sie zum fünften Mal in Folge an der Spitze liegen.

Vor allem im Schwimmen war Italien mit 34 Medaillen erfolgreich: Eine Mannschaftsleistung, aber auch Einzelerfolge, wie der des Schwimmers Matteo Rivolta, der über 100 Meter Schmetterling - mit einer Rekordzeit von 51,66 Sekunden - und mit der 4x100 Meter Lagenstaffel siegte und Silber über 50 Meter Schmetterling gewann. "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, ich habe in den vergangenen Monaten eine ziemlich harte Zeit durchgemacht, deshalb bin ich mit dem heutigen Resultat sehr glücklich und bin ziemlich zuversichtlich für meine weitere Zukunft", sagt der Schwimmer.

Die Türkei hätte fast die Führung im Medaillenspiegel übernommen: Das Land gewann nur 3 Goldmedaillen weniger als Italien (bei insgesamt 108 Podestplätzen), wobei die Sportler vor allem im Ringen, in der Leichtathletik und im Schwimmen glänzten.

Algerien ist rekordverdächtig

Helden der Heimat waren die algerischen Sportler, die bei den Goldmedaillen mit nur einem Titel den dritten Platz hinter Frankreich verpassten. Der Gastgeber beendete den Wettbewerb mit einer Medaillen-Rekordzahl: Insgesamt 53, darunter 20 Gold-, 17 Silber- und 16 Bronzemedaillen - und war damit besser als vor 21 Jahren in Tunesien.

Bemerkenswert sind die 5 Goldmedaillen, die im Boxen und in der Leichtathletik gewonnen wurden. Historisch ist das Gold-Silber-Doppel im 800-m-Lauf für die algerischen Läufer Djamel Sedjati und Yacine Hethat.

Einer der erfolgreichen Sportler ist der junge Judoka aus Oran, Messaoud Redouane Dris, der in der Kategorie -73kg triumphierte, angefeuert von seinem Publikum. "Das war eine große Ehre für mich", sagt der Afrikameister von 2022 und algerischer Fahnenträger. "I__ch habe eine Goldmedaille gewonnen, das war eine riesige Freude. Die Zuschauer haben mich unterstützt und angefeuert. Sogar meine Eltern waren anwesend."

Der Ansporn der Zuschauer

Die einheimischen Sportler fühlten den Druck, um zu glänzen. Das begeisterte Publikum trug sicherlich zum Erfolg der Veranstaltung bei – die Tribünen waren immer gut mit jubelnden Zuschauern gefüllt

Ein Publikum, das nicht nur seine Landsleute, sondern alle Athleten anfeuerte. "Alles ist toll, die Oranier haben ein großes Herz, nicht umsonst sagt man 'Oran im Herzen'. Man wird willkommen geheißen ... das ist wunderbar", erzählt uns eine Frau aus Algier.

"Die Mittelmeerspiele verbindet man mit Oran", sagt ein Mädchen auf der Tribüne. "Oran bedeutet Großzügigkeit, es ist das Mittelmeer, wirklich eine schöne Atmosphäre, eine Solidarität zwischen den Nationen und ein großer Respekt für Ausländer."

Sicher ist, dass die zweitgrößte Stadt Algeriens von dieser Veranstaltung profitiert hat: an Sportinfrastruktur, an Erfahrung mit Großveranstaltungen, aber auch an Bekanntheit im Mittelmeerraum. Davon ist der Präsident des Organisationskomitees Oran 2022 (CIJM), Mohamed Aziz Derouaz, überzeugt: "Ich denke, dass die ganze Welt und insbesondere ganz Europa, die Mittelmeerländer, die asiatischen und afrikanischen Länder in den Genuss 'echter Olympischer Spiele'_ gekommen sind. Diese Spiele werden für Oran eine neue Seite aufschlagen, sowohl im Hinblick auf den Sport als auch auf den Tourismus, denn viele der Teilnehmer wollen als Touristen nach Oran zurückkehren."_

Die Fahnenübergabe

Die 19. Auflage schloss ihre Pforten so, wie sie sie geöffnet hatte: mit einer spektakulären Zeremonie im Olympiastadion. 

Auf den Tribünen erlebten 40.000 Zuschauer aller Altersgruppen das Spektakel mit: Musik, Tanz, Feuerwerk und Freude, während sich die 26 Delegationen ein letztes Mal auf der Leichtathletikbahn präsentierten. Und zum Schluss: die Übergabe an die Stadt, die in vier Jahren das Sportereignis in drei Kreisen ausrichten wird: Taranto, im Süden Italiens.