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eRevolution im europäischen Gesundheitssektor

Von Claudio Rosmino  & Sabine Sans
eRevolution im europäischen Gesundheitssektor
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Digitalisierung und gemeinsame Datennutzung werden die europäischen Gesundheitssysteme und die Gesundheitsbranche stärken. Wir zeigen Ihnen, wie Unternehmen des Gesundheitssektors damit ihre Produkte und Dienstleistungen verbessern, was auch den EU-Bürgern zugutekommt. Mehr über die e-Revolution des Gesundheitssektors in dieser Smart-Health-Folge.

Jeden Tag werden in Europa von Beschäftigten im Gesundheitswesen Millionen medizinischer Daten erzeugt. Aber diese Informationen werden nicht in vollem Umfang genutzt.

Der europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS), der im Mai von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde, soll diese Lücke schließen. Er wird den Zugang zu Gesundheitsdaten für Patienten und Fachleute (WEB: im In- und Ausland) erleichtern, und die technischen Voraussetzungen für eine sichere Nutzung dieser Informationen zur Förderung von Forschung und Innovation schaffen. 

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Die Zukunft des Gesundheitswesens ist digital und vernetzteuronews

Nutzung der Gesundheitsdaten

Man kann die Gesundheitsdaten auf zwei Arten nutzen:

  1. Die Nutzung im Zusammenhang mit der Gesundheitsfürsorge z. B. bei einem Arztbesuch wird als primäre Nutzung bezeichnet.
  2. Die sekundäre Verwendung bezieht sich auf Informationen, die unter strengen Sicherheits- und Vertraulichkeits-Bedingungen verarbeitet werden, z. B. für politische Entscheidungen oder die Verbesserung von Gesundheitsprodukten.

Praktischer Nutzen am Beispiel Griechenland

In Griechenland haben wir uns angeschaut, wie das praktisch funktionieren kann. Initiativen wie Integrating the Healthcare Enterprise kurz IHE haben das Ziel, den Datenaustausch zwischen IT-Systemen im Gesundheitswesen zu standardisieren und zu harmonisieren.

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Alexander Berler, Direktor für strategische Geschäftsentwicklung bei IHE Catalyst AISBLeuronews

"Auf dem europäischen Markt stehen der E-Health-Sektor und Unternehmen vor verschiedenen Hindernissen", so Alexander Berler, Direktor für strategische Geschäftsentwicklung bei IHE Catalyst AISBL. "Der Sektor der elektronischen Gesundheitsdienste ist ein fragmentierter Markt zum Nachteil der europäischen Bürger, anders als in den USA und Asien."

Der europäische Markt für digitale Gesundheit hat einen Wert von rund 40 Milliarden Euro und wächst weiter. Für Unternehmen wie Gnomon Informatics, die auf elektronische Gesundheitsprodukte wie den eHealthPass spezialisiert sind, würde ein koordinierter Datenaustausch endlich die Türen zu einem europaweiten Markt öffnen, von dem sowohl Patienten als auch Unternehmen profitieren würden.

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Korina Papadopoulou, Leiterin Produktentwicklung bei Gnomon Informaticseuronews

"Die Digitalisierung medizinischer Daten ist sowohl für die europäischen Bürger als auch für den Rest der Welt sehr wichtig", meint Korina Papadopoulou, Leiterin Produktentwicklung bei Gnomon Informatics. "Ein Patient kann alle seine medizinischen Daten und seine Krankheitsberichte auf einem Gerät haben. Auf diese Weise kann er die Daten mit sich führen, wenn er durch verschiedene Länder reist, und sie in mit jeder Klinik und mit jedem Arzt teilen."

Durch die Verbesserung der Interoperabilität zwischen Gesundheitsdienstleistern in ganz Europa kann man auch Doppeluntersuchungen vermeiden, was sich positiv auf die Gesundheitskosten und die Patientenbetreuung auswirkt.

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Kostis Kaggelidis, Geschäftsführer, Gnomon Informaticseuronews

Gnomon Informatics-Geschäftsführer Kostis Kaggelidis sagt: "Die Nutzung eines europäischen Datenraums ist der richtige Weg für einen Aufbau von E-Health-Systemen. Das gibt die Richtung vor, damit Europa eine elektronische Gesundheitsindustrie und Qualitätsdienste schaffen kann."

HL7 - ein Instrument für die internationale Ebene

"Health Level Seven" ist ein Set internationaler Standards, die als Anleitung für die Übertragung und den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Gesundheitsdienstleistern dienen. Die HL7-Standards wurden von Health Level Seven International entwickelt, einer gemeinnützigen Organisation, die von mehr als 1600 Mitgliedern aus über 50 Ländern unterstützt wird, darunter Gesundheitsdienstleister, staatliche Interessengruppen, Pharmaunternehmen usw..

Das Zusammenspiel zwischen medizinischen und digitalen Systemen beruht auf Interoperabilität, d. h., dass IT-Systeme Daten auf einer gemeinsamen Grundlage lesen, verwenden und austauschen.

Die gleiche Sprache ist eine Schlüsselfähigkeit zur Überbrückung der terminologischen Kluft zwischen verschiedenen Gesundheitssoftwaresystemen.

Der nächste Schritt besteht darin, sich auf die "Grammatikregeln" zu einigen, d. h. auf die Struktur der Syntax der empfangenen Informationen.

Sobald der europäische Gesundheitsdatenraum vollständig umgesetzt ist, wird er den Horizont des europäischen Gesundheitsmarktes erweitern. Dann können auch mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung neuer, innovativer Produkte für den Gesundheitssektor zusammenarbeiten.