Mit besserer Datenlage 50 % weniger Krankenhausbesuche nötig

Von Claudio Rosmino
Mit besserer Datenlage 50 % weniger Krankenhausbesuche nötig
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Dänemark hat 2017 damit begonnen, Patienten-Feedback systematisch in den klinischen Alltag des Gesundheitssektors einzuführen - mit dem sogenannten "Patient Reported Outcome" (PRO). Dabei handelt es sich um Patienten-Befragungen in Form von Fragebögen. 

Die Umsetzung dieses Dienstes begann mit drei spezifischen Bereichen: Schlaganfall, Knie-/Hüftarthrose und Früherkennung von Depressionen. In den drauffolgenden Jahren wurden weitere Krankheitsbilder in das PRO-System aufgenommen, wie Diabetes, Herzrehabilitation, Psoriasis und Palliativmedizin.

Dänemark arbeitet zusammen mit der Europäischen Union an einem Projekt namens H2O rund um den Ausbau des PRO-Systems

Patient:innen mehr und besser einbeziehen

Lisbeth Kallestrup ist Direktorin für Qualität und Patientenbeteiligung am Universitätsklinikum Aarhus. Sie erklärt, der Hintergrund und die Motivation für diese Initiative liege an der Tatsache, dass wir in Europa alle mit einer alternden Bevölkerung und einem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen konfrontiert seien. 

In Dänemark setze man deshalb schon seit vielen Jahren die nationale Priorität, die Patient:innen einzubeziehen und zu sehen, welche Wege für sie am besten sind.  "Wir laden die Patienten ein, ihren Beitrag zu leisten und bitten sie um Feedback", sagt Lisbeth Kallestrup. "Gibt es eine Möglichkeit, etwas besser zu machen?"

Gemeinsam mit den Ärzten und dem Klinikpersonal werden auf diese Weise wichtige Fragen erarbeitet, natürlich mit allen erforderlichen Fragen zum Gesundheitszustand, aber auch mit Fragen, die für die Patient:innen wichtig sein könnten.

Weniger ambulante Besuche notwendig

"Die Patienten müssen für einen Besuch nicht den ganzen Tag im Krankenhaus verbringen, sondern können in aller Ruhe zu Hause sitzen und den Fragebogen ausfüllen", so Lisbeth Kallestrup. "Gleichzeitig wird die Zahl der ambulanten Besuche reduziert."

In einigen Fällen habe man festgestellt, dass sich die Zahl der ambulanten Besuche um mehr als 50 % reduzieren lässt - eine wichtige Entlastung für das System und die Patient:innen. 

In Aarhus in Dänemark freut man sich auf die Zusammenarbeit in der Europäischen Union: "Um zu erforschen, wie wir Daten auch für die zukünftige Gesundheit unserer Bevölkerung nutzen können", so Lisbeth Kallestrup.

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