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Streiks um SNCM: Polizei räumt blockierte Häfen und Flughäfen

Streiks um SNCM: Polizei räumt blockierte Häfen und Flughäfen
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Mit einem Großeinsatz hat die französische Polizei am Samstag morgen die Blockade des korsischen Hafens Ajaccio durch aufgebrachte Gewerkschafter gewaltsam durchbrochen. Gepanzerte Fahrzeuge schoben Lastwagen und Container zur Seite, die die Hafeneinfahrt versperrten. Die Gewerkschafter hatten mit der Blockade gegen die geplante Privatisierung der defizitären korsischen Reederei SNCM protestiert. Rund 80 Touristen, die auf die Überfahrt warteten, mussten die Nacht in der Turnhalle von Ajaccio verbringen.

Der Präfekt von Korsika, Pierre-René Lemas, rief zur Besonnenheit auf. Er setze auf die Vernunft der Gewerkschaften, sagte er, und appellierte gleichzeitig an die Protestierenden, die Ruhe zu bewahren. Der Flugverkehr auf den Flughäfen Bastia und Ajaccio wurde unterdessen wieder aufgenommen. Insgesamt saßen rund 15.000 Menschen auf Korsika fest. Seit Mittwoch finden zahlreiche Protestaktionen in Korsika und Südfrankreich statt. Nachdem Gewerkschafter sogar eine SNCM-Fähre gekapert hatten, waren die Rädelsführer inhaftiert worden – sie wurden am Freitag abend freigelassen, was Hunderte Menschen ausgelassen feierten. In der südfranzösischen Hafenstadt Marseille blieb die Lage freilich angespannt: Die Polizei räumte zwar den Zugang zum blockierten Ölhafen, die Demonstranten dehnten ihren Streik daraufhin allerdings noch aus. Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin sagte zu, dass der Staat eine Beteiligung an der Reederei behalten und deren Überleben sichern werde. Den Gewerkschaftern ist dies allerdings nicht genug. Für Dienstag sind in ganz Frankreich Proteste gegen die Sozialpolitik der Regierung geplant.