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Frankreich: Gewerkschaften drohen mit Generalstreik

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Frankreich: Gewerkschaften drohen mit Generalstreik

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Nach den bislang größten Massenprotesten gegen die umstrittene Arbeitsrechtsreform in Frankreich haben die Gewerkschaften der Regierung ein Ultimatum gestellt. Wenn sie die Pläne nicht bis morgen zurücknähme, drohe ein Generalstreik, hieß es in Paris. Denn die konservative Regierung trage die volle Verantwortung für die sozialen Spannungen im Land, so Gewerkschaftsvertreter. Deshalb müsse die umkämpfte zweijährige Probezeit für Arbeitnehmer unter 26 Jahren – kurz CPE – vom Tisch. Bis Montag Abend gebe man der Regierung Zeit, andernfalls werde das Folgen haben, so Gewerkschaftsführer Remi Jouan.

Universitätsrektoren haben Ministerpräsident Dominique de Villepin unterdessen aufgefordert, das Gesetz auszusetzen und in den kommenden sechs Monaten einen breiten Dialog über die Jugendarbeitslosigkeit zu beginnen. Der Krawalle zum Trotz haben es Staatspräsident Jacques Chirac und Ministerpräsident Villepin bislang abgelehnt, den “Ersteinstellungsvertrag” zurückzunehmen. Mit ihr will Villepin die hohe Arbeitslosigkeit in der jungen Generation bekämpfen. Sie erreicht in Problemvierteln bis 40 Prozent. Das Kräftemessen um den CPE hat aber auch symbolische Bedeutung. Denn es geht auch darum, die Reformfähigkeit der französischen Gesellschaft unter Beweis zu stellen. In einer Reihe von Städten kam es gestern zu Zwischenfällen, wie hier in Paris. Nach den Kundgebungen lieferte sich die Polizei mit gewaltbereiten Demonstranten Auseinandersetzungen. 167 Randalierer wurden nach Polizeiangaben in Paris festgenommen, sowie 34 Polizisten und 18 Demonstranten verletzt.