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Trotz Abzuges der syrischen Truppen: Lage im Libanon bleibt labil

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Trotz Abzuges der syrischen Truppen: Lage im Libanon bleibt labil

Trotz Abzuges der syrischen Truppen: Lage im Libanon bleibt labil
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Die syrischen Truppen wurden einst in den unruhigen Zeiten des Bürgerkrieges von einer schwachen Regierung in Beirut gerufen und blieben dann 30 Jahre. Der mächtigen Nachbar Syrien brauchte nicht einmal eine Botschaft in Beirut – man hatte Truppen und Geheimdienst vor Ort.

Diese 15.000 Soldaten sind zwar abgezogen – aber auch danach starben weiter Kritiker des syrischen Einflusses bei Attentaten auf Libanons Straßen:
13 Attentate seit Februar 2005!

Einer, der solch einen Anschlag überlebt hat, ist der gegenwärtige Minister für Telekommunikation, Marwan Hamadeh. Er beklagt, trotz des offiziellen Truppenrückzuges bleibe der syrische Einfluß überdeutlich spürbar. Ob syrischer Geheimdienst oder mit Syrien verbündete Milizen, die Aktivitäten dieser Gruppen würden dem libanesischen Interesse nach Stabilität absolut zuwiderlaufen.

Die Anschläge habe die anti-syrische Opposition empfindlich getroffen. Die ist ohnehin schon im Parlament in der Minderheit. Im nun begonnenen nationalen Dialog der Parteien, u.a. um die Frage der Entwaffnung der Milizen, wird sie sich kaum durchsetzen können.

Daran dürften auch die wiederholten Apelle von Ministerpräsident Fouad Siniora nicht viel ändern.
Hier sieht man ihn an der Seite des pro-syrischen Präsidenten Emile Lahoud – ein Bild, das durchaus dem inner-libanesischen Kräfteverhältnis entspricht: Ein Regierungschef, der eben nicht so kann, wie er möchte.

Sich der ständigen Einmischungen aus Damaskus zu erwehren, daran hindern ihn Leute wie der pro-syrische Parlamentarier Marwan Fares. Der vertritt die These, man brauche Syrien, weil sich sonst an dessen Stelle die USA in die libanesischen Angelegenheiten einmischen würden.

Kann die von den Vereinten Nationen auf den Weg gebrachte internationale Untersuchung des Mordes am syrien-kritischen ehemaligen Regierungschef Rafic Hariri im Libanon wirklich etwas bewirken?

Der neue Ermittler, der Belgier Serge Brammertz ,
hat gestern immerhin mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad gesprochen.