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Friedensgespräche über Somalia kommen voran

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Friedensgespräche über Somalia kommen voran

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In der sudanesischen Hauptstadt Khartum sind Gespräche zwischen der somalischen Übergangsregierung und den Islamiten im Lande in eine zweite Runde gegangen. Das Ziel: die herrschende Anarchie im ostafrikanischen Somalia zu beenden. Die so genannte Union der Islamischen Gerichte hat Mogadischu und einen großen Teil Somalias unter ihrer Kontrolle. Bürgerkrieg ist hier seit Jahren Alltag. Zuvor war es unter Vermittlung der Arabischen Liga gelungen, sich im Prinzip auf die Bildung einer nationalen Armee zu einigen. Die Delegationen bestätigten einen früheren Waffenstillstand und sagten zu, keine auswärtigen Mächte in die Konflikte einzubeziehen. Parallel bemüht sich die Afrikanische Union seit längerer Zeit, eine Friedenstruppe auf die Beine zu stellen.

Die Übergangsregierung ist der 14. Versuch seit dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991, eine Art Staatswesen in Somalia zu organisieren. Die Übergangsregierung wird von der UNO und den USA unterstützt, konnte aber den Vormarsch der Islamiten nicht verhindern. Nachdem es eine funktionierende Zentralregierung seit Jahren nicht mehr gibt, gelten die nach Clanzugehörigkeit organisierten islamischen Gerichte als die letzten Ordnungsinstanzen.

Zu Wochenbeginn sind bei Kämpfen zwischen Soldaten und Milizen mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Regierungssoldaten hatten sich gegen eine Miliz durchgesetzt, die den Flughafen von Baidoa, dem Sitz der somalischen Übergangsregierung, bislang unter Kontrolle hatte, berichtete der britische Sender BBC. Die Kämpfe waren ausgebrochen, als eine Gruppe somalischer Polizisten die Zahlung einer Flughafengebühr verweigerte, die die Miliz erheben wollte. Nach Schätzung des Welternährungsprogramms ist mehr als eine Million der rund 10 Millionen Somalier hilfsbedürftig.