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Entrüstung in islamischer Welt über Papst-Äußerungen

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Entrüstung in islamischer Welt über Papst-Äußerungen

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Einen Sturm der Entrüstung haben die Äußerungen des Papstes zum Verhältnis von Islam und Gewalt entfacht: In zahlreichen islamischen Ländern kam es zu Protesten, so auch in der Türkei, – zwei Monate vor dem für Ende November geplanten Papst-Besuch in dem Land, der nun als fraglich gilt. Der Chef des staatlichen Religionsamtes der Türkei warf dem Papst eine Kreuzfahrermentalität vor und forderte eine Entschuldigung.

Pakistans Staatspräsident Pervez Muscharraf erklärte, die Neigung, den Islam mit dem Terrorismus zu identifizieren, müsse bekämpft werden. Diese Gleichsetzung verstärkte eine gefährliche Entfremdung zwischen dem Westen und der islamischen Welt. Musharraf äußerte sich am Rande des Gipfeltreffens der Blockfreien Staaten in Kuba. Auch der ägyptische Außenminister Ahmed Aboul Gheit warnte vor einer solchen Entfremdung und drückte die Hoffnung aus, dass Äußerungen wie die des Papstes künftig unterbleiben würden, um Mißtrauen und gegenseitige Vorwürfe zwischen Moslems und dem Westen nicht weiter gären zu lassen.

Papst Benedikt XVI hatte bei einer Vorlesung in Regensburg aus einer mittelalterlichen Schrift zitiert, in der es heißt, Mohammed habe nur Schlechtes und Unmenschliches in die Welt gebracht, da er gefordert habe, den Glauben mit dem Schwert zu verbreiten.