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Italien liberalisert Strommarkt

Italien liberalisert Strommarkt
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Die italienische Regierung hat am Freitag die Liberalisierung des Strommarktes auf dem Verordnungswege durchgesetzt. Weil das Gesetz im Parlament festhängt und nicht rechtzeitig verabschiedet werden kann, wurden die Bestimmungen jetzt per Dreket in Kraft gesetzt. Damit können, wie von der EU verlangt, ab 1. Juli auch Privathaushalte ihren Stromlieferanten frei wählen, bestätigte Kabinettsuntersekretär Enrico Letta.

Um den Wettbewerb zu erleichtern, müssen integrierte Energieversorger mit mehr als 100.000 Privatkunden ihre Vertriebsabteilungen binnen 180 Tagen abspalten.

Außerdem wird das Alleinabnehmer-Prinzip zugelassen. Es ermöglicht, daß ein Energieversorger auf der Beibehaltung eines Kundenvertrages bestehen kann. Dann muß er den Kunden aber zu den gleichen Konditionen versorgen, die dieser auch bei einem Wechsel des Anbieters erhalten könnte.

Italien ist zur Zeit Stromimporteur. 2006 klaffte eine Lücke von 14 Milliarden Kilowattstunden zwischen Stromerzeugung und Verbrauch. Analysten verweisen darauf, daß es noch Jahre dauern wird, bis es auf dem italienischen Strommarkt zu einem echten Wettbewerb kommen wird.

Italien und Frankreich sind die beiden EU-Staaten, die die Liberalisierung des Strommarktes am schleppensten umgesetzt haben. Italiens Verbraucher zahlen die höchsten Strompreise in Europa.

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