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Prozess gegen Wehrmacht-Offizier in München

 Prozess gegen Wehrmacht-Offizier in München
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Ein früherer Leutnant der deutschen Wehrmacht hat vor Gericht in München die Verantwortung für ein Massaker in der Toskana im Juni 1944 von sich gewiesen. Der inzwischen 90-jährige Josef Scheungraber muss sich in einem der vermutlich letzten Kriegsverbrecher-Prozesse verantworten. Der Angeklagte, der nach den Worten seines Anwalts jede Kenntnis von dem Verbrechen bestreitet, ist vor zwei Jahren in Abwesenheit von einem italienischen Gericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Demonstranten forderten vor dem Gericht in München Anklage gegen alle in Italien wegen Kriegsverbrechen verurteilten früheren deutschen Soldaten. Der Angeklagte soll in Falzano die Erschießung von vier Zivilisten und die Sprengung eines Hauses angeordnet haben, in dem zehn Menschen starben. “Sie brachten an den vier Wänden der Schule je eine Mine an und sprengten es in die Luft”, so ein Zeitzeuge. Es soll ein Vergeltungsakt für die Tötung zweier deutscher Soldaten durch Partisanen gewesen sein. Ein schlichtes Denkmal mit den Namen der getöteten Zivilisten erinnert an das Verbrechen.