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EU ist uneins über Wege aus der Finanzkrise

EU ist uneins über Wege aus der Finanzkrise
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Die 27 EU-Staaten steuern wegen der globalen Finanzkrise auf einen heftigen Streit zu. Vor dem Krisengipfel am Samstag in Paris sind die Positionen zur Idee eines gemeinsamen Rettungsfonds für notleidende Finanzinstitute höchst unterschiedlich. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy dementierte Meldungen, wonach er bei dem Treffen einen Fonds im Umfang von 300 Milliarden Euro vorschlagen werde. Die deutsche Regierung setzt auf nationale Lösungen und lehnt einen Rettungsfonds rundweg ab, ebenso wie Großbritannien. Die Niederlande hingegen sind für einen Fonds. Man habe Paris schon vor einigen Tagen über diese Idee informiert, hieß es aus Den Haag. Der Chef der Eurogruppe Jean-Claude Juncker wiederum sagte, er halte ein Rettungspaket für unnötig.

Irland ist unterdessen bereits vorgeprescht: Das irische Parlament stimmte mit 124 zu 18 Stimmen den Plänen der Regierung zu, eine unbegrenzte Bürgschaft für alle Einlagen der sechs größten Banken des Landes zu übernehmen, um das System vor der Finanzkrise zu schützen. Die Gesamtsumme wird mit bis zu 400 Milliarden Euro beziffert. In mehreren EU-Staaten wurde der Schritt scharf kritisiert, viele befürchten eine Massenabwanderung von Investoren nach Irland. Die Wettbewerbshüter der EU müssen dem irischen Vorstoß allerdings noch zustimmen.