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Ein Todesopfer bei regierungsfeindlichen Ausschreitungen

 Ein Todesopfer bei regierungsfeindlichen Ausschreitungen
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In Thailand haben sich Polizei und regierungsfeindliche Demonstranten schwere Straßenschlachten geliefert. Dabei ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Rund 100 wurden zum Teil schwer verletzt, als Hundertschaften mit Tränengas gegen Protestierende vorrückten und die Gasgranaten in die Menge warfen.

Die Demonstranten der oppositionellen Volksallianz für Demokratie (PAD) wollten den neuen Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat von seiner Antrittsrede abhalten. Die Regierungsgegner hatten am Vorabend damit begonnen, die Straße zum Parlamentsgebäude mit Barrikaden aus Stacheldraht und Autoreifen zu blockieren. Schliesslich sassen die Abgeordneten fest, der Strom fiel aus, die Sitzung musste vertagt werden.

Somchai musste das Parlamentsgebäude gemäss Augenzeugen fluchtartig verlassen und wurde per Hubschrauber evakuiert. Wie seinem Vorgänger – er war zum Rücktritt gezwungen worden – wirft man auch ihm vor, lediglich politische Marionette seines 2006 durch einem Militärputsch gestürzten Schwagers Thaksin Shinawatra zu sein. Thaksin lebt im Exil in Großbritannien. Ihm wird Korruption vorgeworfen.

Der stellvertretende Regierungschef Chavalit Yongchaiyudh übernahm die Verantwortung für den gewaltsamen Polizei-Einsatz und trat zurück. Er hatte das Gespräch gesucht und war gegen Gewaltanwendung.

Die Krise schwelt seit August. Seither ist das Regierungsgebäude besetzt. Am Wochenende waren zwei der neun Anführer der Protestbewegung verhaftet worden. Behandelnde Ärzten in Krankenhäusern vernuten inzwischen, dass die Polizei nicht nur Tränengas sondern auch Explosivstoffe eingesetzt hat.