Steinmeier zum SPD-Kanzlerkandidaten gewählt

Steinmeier zum SPD-Kanzlerkandidaten gewählt
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Frank-Walter Steinmeier will die Wahl gewinnen, die erste seines Lebens, und die konservative Kanzlerin vom Chefsessel stoßen. Dafür hat der deutsche Außenminister nun das Mandat seiner SPD erhalten. Franz Müntefering wird wieder Parteichef. Alte Köpfe für eine neue Zeit: “Und diese neue Zeit, die jetzt anbricht, das muss unsere Zeit werden, die Zeit der sozialen Demokratie.” Die Finanzkrise eröffne der SPD neue Chancen, so Steinmeier, das griechische “krisis” bedeute “Entscheidung”: “Krisenzeiten sind Entscheidungszeiten, lasst uns diesen Kampf aufnehmen, wir sind die Kraft des besseren Europa, Genossinnen und Genossen.”

95 Prozent der Delegierten votierten für Steinmeier, 85 Prozent für Müntefering. Kurt Beck, der nach Macht- und Richtungskämpfen den Vorsitz hingeschmissen hatte, war in Berlin nicht präsent.

Mit dem Comeback Münteferings, der sich zur Pflege seiner todkranken Frau eine Auszeit genommen hatte, rückt die SPD wieder gen Mitte. Er und Steinmeier sind Mit-Architekten von Schröders Agenda-Reformen.

Unter Druck kommt die SPD von zwei Seiten: von der Links-Partei und den Christdemokraten, mit denen Vize-Kanzler Steinmeier noch bis kommenden September zusammenregiert. Dann muss er auch vom Bürger gewählt werden, zum ersten Mal in seinem Leben.